Vegane Lebensweise - das Leben ist ein Fluss


Jetzt ist sie auch noch unter die Veganer gegangen ? - Ein bisschen Spät, um noch hipp zu sein oder etwas Neues zu berichten, mag so mancher beim Lesen der Überschrift denken. Und vielleicht noch: Es wurde ja bereits alles gesagt, nur noch nicht von jeder.

Nein, ich bin weiterhin eine Vegetarierin, die gelegentlich Fleisch ist. Dies aber, wie mir auffällt, wird immer seltener und mit jedem Bericht zur Tierhaltung vergeht mir mehr der Appetit auf Fleisch, wenn ich ihn denn gelegentlich habe.

Heute mache ich hier zum Thema, was sich im Bezug auf Ernährung ändert, wenn ein Familienmitglied sich für eine neue Ernährungsform entscheidet. Konkret rede ich von meiner ältesten Tochter, die zur Fastenzeit einen bewussten Ausflug ins Land der Vegetarier gemacht hat und sich kurze Zeit später für die vegane Ernährung entschieden hat.



Ich erinnere mich noch gut an meine eigene Teenager - Zeit und der damit verbundenen Zeit des Ausprobieren, der Selbstfindung und und und.... Eine bewusste Ernährung und die Frage, wo kommt denn mein Essen her, war für mich in dem Alter auch sehr wichtig. Und deshalb freut es mich, dass meine Tochter auch nicht wahllos konsumiert und sich Gedanken macht, wo all das, was auf unserem Teller landet, denn so her kommt. Wir kennen sie alle, die Bilder, die immer mal wieder in unser Bewusstsein gelangen. Und es geht hier nicht darum, ein schlechtes Gewissen zu machen oder hervorzuheben, wie toll eine vegane Lebensweise doch ist. 

Vielmehr möchte ich zeigen, wie sich das Einkaufen und auch die Zubereitung der Nahrung verändert, wenn ich versuche, hier allen in diesem Haushalt irgendwie gerecht zu werden.
Das mit dem Einkaufen ist ja bereits die erste Herausforderung, da ich zunehmend die Inhaltsstoffe genau durchlesen muss. Nicht immer ganz einfach jenseits der 40 und ohne Lesebrille. Denn oft bemerke ich, dass die Schrift auf den Packungen gerne mal extrem klein ist. Um die gute Lesbarkeit zu fördern, wird die weiße Schrift dann auch gelegentlich mit einem hellen Hintergrund unterlegt - da kam dann sogar die herbeigerufene Verkäuferin trotz jungen Lebensalters ins Schleudern. 

Auch den einen oder anderen Backversuch für die Mülltonne haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Deshalb mache ich jetzt im Bereich Backen keinen Experimente mehr, sondern lese mich beim Chefkoch ein und lasse mich von Bewertungen leiten, wie bei dem veganen Käsekuchen. Den gab es hier zum Geburtstag meines Lieblingsmanns und da ich zu faul beschäftigt war, um zwei Kuchen zu backen (die dann bei dem warmen Wetter sowieso keiner schafft), dürften alle Familienmitglieder vegan essen. Was keiner gemerkt hätte, wenn ich nicht darauf hingewiesen hätte. Und weil der Kuchen so lecker war und die Herstellung unaufwendig, muss ich das hier einfach niederschreiben. Veganer Käsekuchen ist natürlich ein Widerspruch in sich, aber wie gesagt, hätte ich nicht im Vorfeld mitgeteilt, dass der Kuchen ohne tierische Produkte auskommt, es wäre keinem aufgefallen. Denn der Kuchen ist einfach nur lecker.

Gebacken wurde unter anderem mit Seidentofu, der auch roh durchaus lecker schmeckt und dessen Rest in den nächsten Tagen noch in vegane Mousse au Chocolate verarbeitet wird. Wenn es gelingt, werde ich das Rezept weiter unten kurz aufschreiben.


Hinsichtlich der Rezepte und der Dinge, die hier so vegan auf den Tisch kommen, ist meine Tochter sehr kreativ und findet immer wieder tolle Ideen. Ich bin da ja gelegentlich doch zu .....beschäftigt, um mir immer neue Sachen auszudenken oder im Netz zu suchen. 

Aber mein Kind zaubert schon mal eine Melonenpizza aus Wassermelone, Sojajoghurt (in dem Falle Vanille - Blaubeere schmeckt aber auch toll) und Obst aus der Küche - in diesem Fall Weintrauben. Fix gemacht - erfrischend und lecker. Genau das Richtige für den Sommer.


Auch über Anregungen von Bloggerkolleginnen, wie der lieben LoveT., freue ich mich immer sehr. Hier seht ihr die Zutaten für ihre wunderbare Karottensuppe mit Süßkartoffel, Kohlrabi und Kokosöl, die ich gleich am nächsten Tag nachgekocht habe. Und wegen der großen Nachfrage war das sicher nicht das letzte Mal. Das Rezept gibt es hier.




Natürlich koche ich nicht ausschließlich vegan, schließlich will ich allen Mitgliedern der Familie gerecht werden. Folglich lässt meine älteste Tochter dann einfach das weg, was nicht in ihren Ernährungsplan passt oder ich bereite, wie beispielsweise bei Aufläufen mit Käse, einfach zwei Varianten vor. Das ist meist ein sehr überschaubarer Mehraufwand. 

Ob mein Kind, vorausgesetzt sie hält den veganen Lebensstil bei, jetzt 100 Jahre alt wird, werde ich wohl nicht erfahren. Auch über die Tatsache, ob ein Verzicht auf tierische Produkte wirklich gesund ist, streiten sich die Geister. In wie weit die Zahl der 150 Tiere, die pro Veganer jährlich weniger zu Tode kommen, richtig ist, kann ich auch nicht belegen. Denn dazu fehlt es mir einfach an Hintergrundinformationen. Inwieweit solche Zahlen, die ich wahrscheinlich im Netz finden würde, dann wirklich der Realität entsprechen, kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen. Auch wenn ich mich im Studium wacker durch meine Statistikvorlesung gekämpft habe. Denn wie heißt es so schön: "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe."

Ausgewogen ernährt sich die junge Dame auf jeden Fall, denn Hülsenfrüchte, Gemüse und Co. sind ja ausgezeichnete Lieferanten für jegliche Nährstoffe, die unser Körper so braucht. Subjektiv besser fühlt sie sich auf jeden Fall, was ich grundsätzlich gut finde und rein optisch gesehen scheint es ihr an nichts zu fehlen. Ob wirklich alles so ist, wie es sein soll, wird eine Blutuntersuchung dann noch zeigen.

Und hier kommt noch die Mousse au Chocolate, vegan und absolut lecker. Ich habe es gerade ausprobiert.

Rezept:
400g Seidentofu
200g Zartbitterschokolade (vegan - ist Zartbitterschoki fast immer)
1 Päckchen Vanillezucker

Den Seidentofu in einer Schüssel mit dem Mixer cremig schlagen, während die Schokolade geschmolzen wird. Dann den Vanillezucker und die Schokolade unter Rühren dazufügen. Abfüllen, kühl stellen. Lecker (und mächtig).



Wie ist das bei euch? Vegan, vegetarisch oder lieber mit Fleisch? Oder lieber so, wie es gerade passt?

Kommentare

  1. Ich muss ja gestehen, dass ich Fleisch sehr gerne esse. Eine Vegetarierin werde ich wohl nie werden. Es müssen allerdings keine Unmengen sein. Von jedem etwas heißt meine Devise. Und das zählt für mich zur ausgewogenen Ernährung. Ich finde es aber toll, dass Deine Tochter für sich selber einen Weg für ihre Ernährung gefunden hat und sich vor allem damit wohl fühlt. Der Kuchen sieht nebenbei verdammt lecker aus. Ich merke schon, dass ich noch nicht gefrühstückt habe ;-).
    LG
    Ari
    ARI SUNSHINE

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  2. Bei drei Vegetariern, von denen zwei gern mal einen Ausflug zu den Veganern machen, bin ich da seeehr flexibel geworden. Tier esse ich fast nur noch aushäusig, die veganen Kochbücher stapeln sich und heute steht ein Gemüsecurry auf dem Plan.

    Die Vorteile der vegetarischen/veganen Lebensweise der Restfamilie sind übrigens nicht zu unterschätzen: Seit Jahren gibt es eigentlich keine Fertigprodukte mehr im Haus und wir essen definitiv wesentlich gesünder und ausgewogener als vorher. Und ich habe immer einen Beikoch, weil Kinder und Mann liebend gern in der Küche herumwerkeln. Das war früher anders.
    Liebe Grüße
    Fran

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  3. Tolle Rezepte, die Melonentorte/Pizza ist ja richtig klasse! Die macht was her und ist so sommerlich :)

    Liebe Grüße <3

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  4. Mir geht es wie Ari. Ich esse auch gern Fleisch, aber nicht in rauen Mengen, dafür viel Gemüse und ballaststoffreiche Kost. Ich finde, dass es gut es, wenn jeder Mensch seinen eigenen Weg zur Ernährung findet. Mein Sohn hatte sich vor seinem Auszug sein Essen immer selbst gekocht, weil er etwas anderes zu sich nahm als wir.

    Die Mousse sieht besonders lecker aus. Ich steh auf Schoki :)
    Liebe Grüße Sabine

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  5. Ich muss auch gestehen, dass ich gerne Fleisch esse. Aber auch viel Obst und Gemüse.
    Richtig finde ich, dass Du Deine Tochter selber entscheiden lässt.
    Dein Mousse sieht toll aus, auch wenn ich kein Schoggi Fan bin ...
    Liebe Grüsse
    Steffi

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  6. Ich könnte locker vegetarisch leben, ich esse fast kein Fleisch. Vegan geht nicht, ich esse einfach gerne Joghurt und Käse. Könnte mir allerdings vorstellen dafür mehr zu bezahlen um eine artgerichte Milchwirtschaft mit glücklichen Kühen zu unterstützen. Soja ist umstritten und ich muss es nicht haben. Klar der Veganer kommt ja kaum drumrum ;)
    Das Mousse und auch der Käsekuchen sieht toll aus. Sarah macht gern Schokomousse mit Avocado als Basis. Das ist auch super lecker. Irgendwo hab ich das mal verbloggt.
    Liebe Grüße Tina

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  7. Die rein vegetarische Zeit liegt hinter mir,momentan kommt auch wieder ein gutes
    Stück Fleisch auf meinen Teller.Aber ich beschäftige mich viel und gern mit den
    unterschiedlichsten Ernährungsformen,vegan ist irgendwie auch interessant.
    Meine Familie ist nicht so wirklich von der fleischlosen Kost begeistert,also
    koche ich oftmals mein eigenes Süppchen.Und die Süßkartoffel habe ich kürzlich
    auch für mich entdeckt,werde das Rezept auf jeden Fall vormerken.
    Liebe Grüße
    Uta

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  8. Toller Artikel! Die Melonentorte sieht sooo lecker aus! :)
    Ich lebe seit etwas mehr als 5 Jahren vegetarisch und habe
    mir auch oft überlegt vegan zu leben. Doch vegan zu leben ist
    einfach auch eine Frage von Geld. Ein Sojo Joghurt kostet da schon mal 2 Euro, das kann man sich natürlich einfach nicht immer leisten.

    Aber es wäre schön! :)


    XX,

    www.ChristinaKey.com

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  9. Ich gebe zu, dass ich meinen Ausflug ins Land der Veganer wohl länger als ein Jahr durchgehalten hätte, wenn hier jemand mitgezogen hätte. Aber die Herren betrachten Gemüse weiterhin nur als Beilage und eine Suppe/ein Eintopf ist für sie bestenfalls eine Vorspeise. Nachdem ich also teilweise drei Mahlzeiten am Tag gekocht und hinterher einen gigantischen Abwasch (ohne Spülmaschine) hatte, bin ich da für mich ein wenig flexibler geworden. Auf Fleisch und Milch kann ich allerdings weiterhin relativ gut verzichten (Verzicht ist das falsche Wort, es schmeckt mir einfach nicht mehr, bzw. ich vertrage es nicht mehr). Und dese Melonenpizza sieht sehr nachahmenswert aus!

    Lieben Gruß
    Anna

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  10. Wir sind flexi veggie oder wie das heißt wenn man auch ab und an wieder Fleisch ist :) das passt gut zu unserer Familie und hilft glaube ich auch ausgewogen zu essen.
    Seidentofu mögen wir auch gern, weil die leckersten Nachspeisen daraus entstehen .
    Liebe Grüsse Ela

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  11. Well, I love vegetables, but I also eat meat, mostly chicken. The foods on here today look Yummy, especially that chocolate pudding. :)

    ~Sheri

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