Eine Wanderung in Österreich


Der Sommer ist definitiv zu Ende und für die meisten damit auch der diesjährige Jahresurlaub. Das ich in diesem August in Südeuropa war, habe ich hier ja kurz erwähnt. Heute erzähle ich euch, wie ich mir im Spätsommer und im Herbst dann noch zusätzliche kleine Auszeiten vom Alltag hole. Wie ihr wisst, lebe ich am Bodensee. Die Schweiz und Österreich sind somit in greifbarer Nähe und ein Ausflug dorthin in kurzer Zeit machbar. Dies ist ein Punkt, den ich an meinem Leben hier sehr schätze. Und das, obwohl ich früher nie für möglich gehalten hätte, dass die Berge mich so in ihren Bann ziehen. Aber seit unserem Umzug vor 4 Jahren gehört regelmäßiges Wandern in den Bergen für uns einfach dazu.





Der Bregenzer Wald und der Vorarlberg haben für Wanderer einiges zu bieten. Heute nehme ich euch mit auf einen Ausflug in die Rappenlochschlucht und auf den Karren. Eine schöne Tour, die wir in den letzten Jahren bereits mehrfach gemacht haben. Manchmal mit der Seilbahn auf den Karren hinauf. Manchmal nur eine große Tour durch die Schlucht und um den See. oder gar nicht durch die Schlucht. Im ersten Jahr hielten wir es noch für eine Witz, dass die Schlucht erst Ende April (ich bin mir nicht ganz sicher, aber es ist recht spät im Jahr) geöffnet wird. Ist es aber nicht. Also unbedingt vor geplanten Wanderungen im Frühjahr auf der Internetseite nachgucken, ob die Schlucht begehbar ist. Hier geht es lang.

Heute nehme ich euch mit auf eine Tour, die wir ausgehend von Gülte durch die Rappenlochschlucht hoch in Richtung Gipfel vom Karren und dann wieder Retour über den Familienwanderweg zur Talstation der Gondel gemacht haben.


Vorab sei gesagt, dass ich festes Schuhwerk für einen solchen Spaziergang bzw. Wanderung nur empfehlen kann. Die Schlucht ist zwar gut begehbar und ausgebaut, trotzdem läuft man durch die Natur, da kann schon mal eine Wurzel etc. im Weg sein. Außerdem gibt es eine nicht unerhebliche Zahl von Treppen. Und spätestens beim Aufstieg auf dem Berg wird es mit schlechtem Profil unter den Sohlen oder lockerem Schuhwerk zu rutschig. 

Ich weiß, elegant sieht anders aus. Aber mit einem Gipsbein oder aufgeschlagenen Knien sehe ich sicher nicht besser aus. Und deshalb gibt es bei mir für solche Touren Wanderschuhe mit dicken Socken.


Unsere Tour haben wir Anfang September gemacht, die Vegetation war noch wunderbar grün und es gab hier trotz warmer Temperaturen herrlich frische Luft zum Durchatmen. Über Holzstege und Treppen gelangt man in die Schlucht, in der permanent das schöne Rauschen des Wassers zu hören ist (Ok - unterbrochen vom leichten Genöhle der jüngeren Teenager - Tochter. Aber die Schlucht ist noch nicht so anstrengend, als dass es unerträglich laut wäre). 

Das Rauschen des Wassers hat auf mich immer eine sehr entspannende Wirkung. Hier kann ich wunderbar abschalten und den Stress des Alltags vergessen.


Außerdem lädt der wunderbare Ausblick immer wieder zum Verweilen ein. Der Blick in die Tiefe macht mir bisweilen auch immer mal wieder bewusst, wie klein wir doch im Großen und Ganzen sind. Eben nur ein Teil vom Gesamtbild. Das lässt dann manche Sorge weniger groß erscheinen. Und die Entspannung wird noch ein bisschen mehr.


Die Wege in die Schlucht sind übrigens gut ausgebaut und auch mit Kindern zu begehen, sofern diese einigermaßen gut zu Fuß sind. Auch gibt es keinen Punkt, an dem ich mich nicht sicher fühle. Es sind einige Geländer angebracht, so dass der Blick in die Tiefe möglich ist.



Schwindelfrei sollte man für einen solchen Ausflug natürlich schon sein. Denn letzten Endes ist es eine Schlucht und da geht es an manchen Stellen schon einige Meter in die Tiefe :)


Dafür wird der Wanderer aber auch mit einem gigantischen Ausblick belohnt und die Bilder geben das Naturerlebnis nur in Teilen wieder. Das Original finde ich noch wesentlich beeindruckender. geführte Wanderungen gibt es auch. Hier ist ein Link, der sogar auf kostenlose Führungen im Juli und August verweist. Ich habe allerdings noch nie eine solche Führung gemacht. 




An diesem See, dem Staufensee, endet die Rappenlochschlucht. Von hier kann man entweder einmal um den See gehen, den Rückweg antreten oder wie wir, den Aufstieg in Angriff nehmen. Wie gesagt, eine gewisse Fitness sollte der Wanderer schon mitbringen, gutes Schuhwerk und angemessene Kleidung sind auch empfehlenswert. Aber die Wege sind meiner Meinung nach wirklich gut begehbar.


Und ich wäre ja keine Fashionbloggerin, wenn ich nicht wenigstens ein Outfitbild am Start hätte. Wie gesagt, elegant geht anders. Aber ich bevorzuge bei solchen Touren schnell trocknende Kleidung, denn ohne Schwitzen komme auch ich da nicht hoch. Selbst mit feste und gute Schuhe komme ich gelegentlich ins Rutschen und spätestens dann bin ich einfach nur froh über meine Wanderschuhe. Und ihr seht, es gibt sogar eine Bermuda in meinem Schrank, übrigens meine einzige Hose in dieser Art. Denn Funktionskleidung gehört für mich genau dort hin - auf den Wanderweg. Ansonsten trage ich sie nie, aber bei anstrengenden Wanderungen, bei denen das Wetter sich auch mal kurzfristig ändern kann, ist diese Art der Kleidung unschlagbar. 

Nicht auf dem Bild zu sehen ist unser Rucksack - auch ein unverzichtbares Detail beim Wandern. Wir sind nie ohne Wasser unterwegs und haben eine Rucksack gekauft, der für unterschiedliche Körpergrößen geeignet ist. So können mein Mann und ich uns die "Last" teilen. Meistens sehr gerecht: er trägt rauf, ich runter ;) Außerdem ist der Rucksack mit einem Netz versehen, so dass der Rücken nicht direkt am Rucksack klebt. Für ausgedehnte Touren ein durchaus empfehlenswertes Accessoire.

Der Weg zum Gipfel hat dann für mich auch etwas meditatives. Die Schritte sind wohlüberlegt und trotzdem kann ich in mich gehen. Das Nöhlen der jüngeren Tochter wird mit zunehmenden Anstieg leiser, die Große macht solche Touren inzwischen auch gerne. Die Anzahl der Wanderer wird auch geringer. Die Luft ist frisch und angenehm, der Kopf wird frei, die Gedanken wandern. Ich finde ganz viel Ruhe hier, auch wenn wir uns natürlich auch unterhalten. Aber eben nicht permanent. 



Unsere Wanderung ging dieses Mal übrigens nicht ganz bis zum Gipfel. Das länger werdende Gesicht einer jungen Dame hat uns dazu bewegt, ein bisschen abzukürzen und den Familienweg zu wandern. Der uns allerdings nicht so gut gefallen hat, da es sich hierbei um einen Schotterweg handelt und nicht, wie beim Aufstieg, um einen Naturpfad. War nicht so schön und ziemlich rutschig, wie die große Tochter dann schmerzhaft erfahren musste. Beim nächsten Mal nehmen wir definitiv den Weg durch die Schlucht.

Zum Abschluss kommen jetzt noch ein paar Impressionen von unserer Wanderung und mich würde interessieren, wo ihr euch eure Auszeiten vom Alltag holt?
Und für diejeningen, die jetzt hier gerne mal wandern sollen, gibt es unter karren.at/wandern noch mehr Informationen zur Umgebung.




Kommentare

  1. Vielen Dank fürs mitnehmen auf die schöne Wanderung :)
    Auszeit? Wenn ich einfach das tun kann was ich möchte. Ohne Termindruck etc.
    Wünsche Dir einen angenehmen Donnerstag, liebe Grüße Tina

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  2. Das sind wunderschöne Bilder und Wandern mit Wasserrauschen als Hintergrundgeräusch in DER Kulisse stelle ich mir toll vor. Nur diese freischwebende Brücke, die wäre mir mal wieder unheimlich. Bei allem, was höher als drei Meter ist, bin ich ein extremer Angsthase.
    Du siehst übrigens auch in Wanderkluft richtig gut aus!
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Ja, schwindelfrei sollte der Wanderer dort schon sein, wobei es fast immer die Möglichkeit gibt, so zu gehen, dass keiner direkt in die Tiefe gucken muss. Alles ist recht neu, aber natürlich kann niemand garantieren, dass es nicht doch Erdrutsche gibt (alles schon vorgekommen). Aber ich stufe für mich das Risiko geringer ein als beim Autofahren :)

      Danke für das Kompliment und liebe Grüße in den Norden
      Andrea

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  3. Danke für die kleine Alltagsflucht mit den schönen Bildern. Für Wanderschuhe bei einer Wanderung brauchst du Dich wirklich nicht zu rechtfertigen. Außerdem siehst Du auch darin gut aus. Klobige Schuhe betonen so schön die schlanken Beine :).

    Ich bin viel im Naturschutzgebiet hinterm Haus in Heide und Wald unterwegs und tanke dabei Energie.

    LG Ines

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    1. Schön finde ich die Schuhe nicht, aber eben sehr zwegmäßig. Bei der Wanderung habe ich dort Leute gesehen, die liefen den Weg in Plastikflipflops. Da habe ich mich ernsthaft an den Kopf gepackt bei soviel Ignoranz. Und schön sah das dann auch nicht aus :)
      Liebe Grüße
      Andrea

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  4. Herrlich! Das ist richtig was fürs Auge, und wenn es nur auf Fotos ist!
    Klasse Outfit Andrea :)

    Liebe Grüße <3

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    1. Gell, da kann Frau sich gleich in die Natur träumen.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  5. Hallo Andrea,
    ...das sind wieder ganz wundervolle Bilder(es ist aber auch schön da)und für mich
    doppelt toll:ich bin da auch schon rumgeschlichen.Nun nicht genau die Schlucht und
    der See,aber die Vorarlberger Gegend ist mir etwas vertraut.Danke,dass du mir ein
    bisschen Urlaub zurückgebracht hast.Dein Wanderoutfit steht dir prima.Ich würde auch immer richtig bergtaugliche Schuhe wählen.Für meine Radtouren hier reicht der einfache Halbschuh,im Hochsommer Flip Flops.(für ganz kurze Strecken)
    Ganz liebe Grüße
    Uta

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    1. Es freut mich, dass ich dich sozusagen ein bisschen in den Urlaub mitnehmen konnte, liebe Uta. Die Gegend dort ist aber auch wirklich schön und es gibt viele tolle Routen.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  6. Liebe Andrea,
    danke für die Führung durch diese malerische Landschaft. Leider bin ich nicht schwindelfrei, sonst hätte ich mich im nächsten Frühjahr auf den Weg dorthin gemacht. Ich mag es sehr, am Wasser entlang zu gehen. Ein wenig erinnert es mich an den Eistobel bei Oberstaufen. Der ist allerdings nicht so steil.
    Gut siehst Du aus im sportlichen Wanderdress.
    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Ja, schwindelfrei sollte man sein, sonst macht der Gang durch die Rappenlochschlucht nicht so viel Spaß. Wobei alles gut gesichert ist. Wenn ich mal eine Alternative finde, für die man nicht schwindelfrei sein muss, kommt die auch hier in den Blog.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  7. Die Bilder sind natürlich toll. Aber ich musste in meiner Kindheit so oft in den Bergen rumlatschen,dass mir das die Lust darauf gehörig verdorben hat.
    Berge nur noch mit dem Motorrat (auch schon lange nicht mehr) oder auf Skien.
    Ich nehme schon keine Treppen, wenns nen Lift gibt. Ich hab da echt ne Aversion dagegen.
    LG Sunny

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    1. Tja, vielleicht sieht meine jüngste Tochter das später genau so. Ich bin sozusagen am Rande der Eifel aufgewachsen, die Höhe der Hügel ist da überschaubar :)
      Ich nehme übrigens meist die Treppen, erst an 5 Stockwerken bevorzuge ich den Lift.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  8. Eine herrliche Gegend! Da würde es mir auch gefallen. Allerdings z.Zt. nicht meinem Knie. ;-)
    Für mich kommt auch nur passendes Schuhwerk infrage. Wenn ich an die Brocken-Wanderer denke, womit die da hochlaufen, das ist wirklich unglaublich. Sogar mit Badelatschen. ;-) ;o)
    Wir haben auch solche Rucksäcke, allerdings ich nur noch einen kleinen wegen der lädierten HWS. ;-)
    Auszeiten hole ich auch in der Natur, da gibts auch bei uns einige schöne Gegenden und sei es nur der nächstliegende Auewald. Alles was etwas weiter weg ist, mehr als 3 Stunden für eine Strecke, geht für uns nur noch mit Übernachtung, da wir keine weiten Autofahrten mehr machen und zusätzich noch wandern. Das wäre unnötiger Stress für einen einzigen Tag.
    Im "heilen" Zustand (wg. Knie) nehme ich auch Treppen oder steile Wege. Solche Lifts liebe ich nicht sonderlich und würde sie nur zur Not wählen. Treppen sind außerdem gut für die Fitness.

    Liebe Grüße
    Sara

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