Städtetrip: Neapel


Nachdem ich am Dienstag davon gesprochen habe, wie ich fit durch die dunkle Jahreszeit komme, gibt es heute einen Post mit ganz viel Sonne und ganz viel Licht.
Ihr erinnert euch noch, dass ich vor einiger Zeit hier von einer Reise nach Südeuropa erzählt habe, die mein Mann und ich in diesem Sommer spontan unternommen habe? Und heute nehme ich euch mit auf den ersten Teil der Reise nach Neapel.

Um es vorweg zu nehmen: ich liebe Italien. Das Essen, die Farben, das Meer....Und ich habe schon einiges von diesem wunderschönen Land gesehen. Als Kind mit einem reiselustigen Vater gesegnet, war Italien immer mal wieder unser Zielland. Da ich ebenso gerne reise wie mein Vater, habe ich inzwischen auch schon die eine oder andere Woche irgendwo auf dem Stiefel verbracht. Sogar unsere Hochzeitsreise führte uns durch dieses Land bis nach Bari und zurück unter anderem nach Rom. Nur Neapel, das war mir vor fast 20 Jahren zu heikel. Denn kurz vor unserer Reise wurde ein Bekannter da aus seinem Auto gezerrt.

Umso mehr freue ich mich, dass wir diese wunderschöne Stadt in diesem Jahr endlich einmal besuchen haben. Sogar mit dem Auto. Allerdings nicht mit dem eigenen sondern einem unauffälligen Leihwagen, den wir in Rom am Flughafen gemietet haben. Und ich war sehr froh, dass ich nicht am Steuer sitzen musste. Eigentlich ich fahre gerne Auto und ich fahre auch gerne selbst. Ob in Paris, Florenz oder in der Türkei durch die Prärie, kein Problem. Aber Neapel ist schon sehr speziell. Gefahren wird, wo irgendwie Platz ist. Und wenn keiner da ist, dann schafft man sich halt Platz. Wir hatten einen Smart für 4 Personen. Größer hätte das Auto auch nicht sein dürfen. Da wird wirklich auf Millimeter gefahren.

Deshalb war ich froh, dass als wir nach einigem Suchen unser Bed & Breakfast in Vomero gefunden hatten. Und unser Auto auf dem privaten Parkplatz abstellen konnten.

Kurz noch ein paar Worte zum Thema "Sicherheit" in Neapel. Die habe ich von meinem italienischen Bekannten bekommen, der seit vielen Jahren in einem Vorort von Neapel lebt: Neapel ist und bleibt eine Stadt mit hoher Kriminalität, wie viele andere Großstädte auch. Beim Autofahren waren die Türen verriegelt. Meine Handtasche lag unauffällig im Fußraum (Eigentlich war die Empfehlung, mich darauf zu setzen, aber mir erschien es so auch sicher.). Unser Zimmer und somit auch der Parkplatz waren in einem Privatkomplex, der 24 Stunden bewacht wurde.
Teuren Schmuck etc. habe ich gar nicht erst mitgenommen. Dafür einen preiswerten Rucksack, den ich in der Stadt sozusagen vor dem Bauch getragen habe und der mir nicht fix von der Schulter gerissen werden konnte. Außerdem hatte ich so auch immer schnell meinen Fotoapparat zur Hand.

Insgesamt fühlte ich mich die ganze Zeit sicher, allerdings wollte ich mein Glück auch nicht heraus fordern. Dunkel Gassen haben wir gemieden und waren insgesamt achtsam. Wertsachen waren gut verstaut und nichts wurde unbeaufsichtigt irgendwo liegen gelassen.


Soweit, so gut. Jetzt aber wieder zurück zum angenehmen Teil des Urlaubs:
Der Stadtteil Vomero war eine Empfehlung und wir hätten es kaum besser treffen können. Vomero ist ein Stadtteil, in dem eher die wohlhabende Bevölkerung lebt. Es liegt im Hang und wir hatten beim Frühstück auf dem Balkon einen wundervollen Blick auf Capri (die kleine Insel links im Bild). Unser B&B haben wir durch Zufall in einem Reiseportal gefunden. Für einen Kurztrip war das eine sehr gute Wahl, die Vermieterin war sehr freundlich und das Zimmer war wunderbar.


Vomero hat eine eigene Fußgängerzone, in der sich abends das "Nachtleben" abspielt.  Dort konnten wir wunderbar entspannt bis in den späten Abend in Straßencafes sitzen und einfach die Zeit genießen. Oder eine typische neapolitanische Pizza genießen. Denn wo schmeckt Pizza besser als in Neapel? Nirgends! Dafür hat auch Julia Roberts schon ihre Diät unterbrochen und das zu recht. Ich war zwar nicht bei da Michele, weil ich tagsüber einfach nichts essen konnte bei den Temperaturen. Dafür habe ich mich dann abends die beiden Klassiker  - Pizza Margharita und Pizza Marinara - ín einem hervorragenden Restaurant in Vomero genossen. Es muss eben doch nicht unbedingt das Kultrestaurant sein. Die Empfehlung unserer Vermieterin war auch ausgezeichnet.


Wer Neapel besucht, sollte sich auf keinen Fall Sant` Elmo entgehen lassen. Der Ausblick über die Stadt ist einfach nur der Wahnsinn. Der Weg von der Altstadt ist zwar ein bisschen anstrengend, aber das Panorama ist atemberaubend. Und es verschafft einen Eindruck davon, wie riesig diese Stadt ist.
Bei Besuchen der Stadt im August rate ich dazu, diesen Aufstieg zeitig am Morgen zu machen. Da wir in Vomero wohnten, mussten wir nicht erst hochlaufen, aber am Nachmittag haben wir diese Strecke genossen. Das ist bei 35 Grad plus schon ein bisschen anstrengend. Außerdem hatten wir das Castel fast für uns alleine. So was mag ich gerne.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, findet weitere Infos hier und hier

Und wir genießen jetzt ein bisschen die Aussicht. Der Vesuv, der Hafen, die Altstadt, Capri....Dieser Blick, diese Farben.....Ich hätte stundenlang dort stehen und das bewundern können.





Wer gut zu Fuß ist, kann dann von Vomero in die Altstadt laufen. Es hätte auch die Möglichkeit der Untergrundbahn gegeben. Aber wir wollten die Stadt genießen und uns einfach ein bisschen treiben lassen. Deshalb habe wir keine öffentliche Verkehrsmittel benutzt.



Auch auf ein festes Touristenprogramm haben wir verzichtet. Lieber einfach die bekannten Punkte entspannt ansteuern. Dort gucken, wo es gerade gefällt und einfach nur genießen. So erlebe ich Städte am liebsten, auch wenn ich so das eine oder andere Highlight verpasse. Dafür sehe ich dann Dinge, die in keinem Touri - Nachschlagewerk aufgeführt sind. Und die oft den "Hotspots" in nichts nachstehen. 


Unser Weg führte uns auch Via Toledo und der Galleria Umberto I. Ein schöner Glaskuppelbau mit den üblichen Geschäften ;) Und durch unzählige enge Gassen. Mit sehr rutschigem und unebenen Pflaster. Mein Tipp für alle Neapelreisende: flache, bequeme Schuhe sind ein Muss. Ich hatte Sandalen an. Das war wunderbar außer auf dem ersten Stück vom Castello hinunter. Denn scheinbar gibt es dort nichts spannenderes, als leere Flaschen auf die Treppen zu werfen. Um die Scherben kümmert sich dann niemand. Und was ist die italienische Erklärung dafür? Ganz einfach: "Wir haben halt kein Flaschenpfand." Na ja, vielleicht wäre das eine Option, den Scherbenhaufen dort ein wenig zu verringern.







Zurück in Vomero gab es dann erst mal einen Cappuccino und ein Wasser im Schatten. Ja, ich weiß, der Touri outet sich dadurch, dass er nach 14:00 Uhr einen Cappuccino bestellt. Aber mal ganz ehrlich, Andrea outet sich in Neapel sowieso durch ihre Haar- und Augenfarbe als Touristin. Da darf ich auch gerne den Kaffee zur falschen Uhrzeit bestellen. So, das war es für heute mit dem Sommer und nächste Woche nehme ich euch, wenn ihr wollt, ein weiteres Mal mit durch diese schöne italienische Stadt. 

Kommentare

  1. Wieder was gelernt :-) In Italien nach 14 Uhr kein Cappuccino mehr? Aber warum machen die dann so leckeren Cappuccino? Tse.
    Neapel sieht toll aus. Tochter, groß, war ja auch gerade da und kommt aus dem Schwärmen nicht wieder heraus. Mir scheint, ich muss da auch mal hin :-) Allerdings nicht per Auto. Ich sterbe schon in Paris als Beifahrer meiner Schwester tausend Tode und fand die Autofahrer in Rom sehr.... äh ja. Wenn das in Neapel noch schlimmer ist, würde ich da keinen Meter weit kommen. Ich freu mich schon auf die nächste Woche!
    Liebe Grüße
    Fran

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass dir der Post so gut gefallen hat. Neapel ist wirklich traumhaft und ch hoffe, dass ich noch einmal dort hin fahren kann. Ich würde sicher noch viel mehr entdecken

      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  2. Sehr interessant liebe Andrea. Es scheint in Neapel ähnlich wie in Palermo zu sein. Allerdings mussten wir nicht so aufpassen, dass wir nicht überfallen werden. Trotzdem würde ich dort keinen entspannten Urlaub mehr machen können.

    Ansonsten erkunden wir die Städte in ähnlicher Weise.

    Liebe Grüße Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jetzt müsste ich noch einmal zu deinem Palermobericht. Gut, ich war vorgewarnt, was den Straßenverkehr, den Müll (war in Neapel nicht ganz so schlimm), die Rücksichtnahme etc. anging. Deshalb war ich eher angenehm überrascht. Wir waren sicher auch eher in den gehobeneren Stadtteilen. Das hat ja durchaus auch einen Einfluss.

      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  3. Liebe Andrea,
    toller Bericht mit spitzen Fotos. Macht direkt Lust. Obwohl, wenn es dort so gefährlich ist.....grübel....dann schau ich mir Neapel lieber bei dir am Blog an :-)
    Freu mich schon auf die nächsten Fotos.
    Alles Liebe
    Natascha

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist in Neapel tatsächlich angebracht - wie in vielen anderen Großstädten auch. Trotzdem habe ich mich soweit sicher gefühlt. Sicher würde ich dort nicht mit einer lässig an der Schulter baumelnden Handtasche durch die Gegend laufen. Aber das würde ich in anderen Städten auch nicht machen.
      Schön, dass dir mein Post gut gefallen hat, liebe Natascha.
      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  4. Liebe Andrea,
    ...wunderschöne Fotos,super Beschreibung dazu von dir...ich freue mich auf Teil 2.
    Mein letzter Urlaub in Italien liegt schon etwas zurück(Toskana),umso mehr genieße
    ich die heutigen Bilder.Auch schön:die Wäscheleine vorm Fenster...
    Ganz herzliche Grüße
    Uta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, in Neapel weiß man immer, was der Nachbar so im Wäscheschrank hat. Schön, dass dir mein Ausflug nach Neapel gefallen hat.
      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  5. Auf die Tasche setzen echt? ! Oh jeh. Das hätte ich auch nicht gemacht. Sehr interessant, wunderschöne Fotos.
    ich freue mich auf weitere Fotos und Berichte.
    Liebe Grüße Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn die Tür zu ist, kann ja nicht wirklich viel passieren :) Eine gesunde Portion Vorsicht ist in Neapel, wie in vielen anderen Großstädten auch, sicher angebracht. Aber ich habe mich dort gut gefühlt.
      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  6. Liebe Andrea, danke fürs Mitnehmen und die schöne Bilder. Der Blick, daran kannst du dich doch bestimmt nicht sattsehen, oder? Mir würde es jedenfalls so gehen...und klar, in jeder fremden Stadt überlege ich auch, was ich wohin packe oder öffentlich an Wertsachsen zeige...Bin gespannt auf neue Bilder und LG Sabina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja liebe Sabina. Es macht immer Sinn, etwas zurückhaltend zu sein. Lieber nach weniger Geld aussehen als nach zu viel. Das mache ich auch ganz gerne und hat sich bewährt. Ich fordere mein Glück ungerne heraus und bin damit bisher immer gut gefahren.
      Schön, dass dir meine Reise gefallen hat. Beim Ansehen der Bilder könnte ich gleich schon wieder losfahren.
      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen
  7. Oh wie toll! Freue mich Bilder dieser Stadt zu sehen. Ich möchte dort auch schon so lange hin, ewig, aber ich finde niemanden der mit mir fährt. Der Ruf eilt Neapel leider voraus. Dabei muss man überall achtsam sein.

    Und ja, ich bin beim nächsten Beitrag auch wieder mit dabei :)
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Neapel ist einfach wunderschön. Und ich gebe dir recht, auch in anderen Großstädten muss man achtsam sein. Ich habe mich bei meiner Reise gut gefühlt und die Zeit genossen.
      Schön, dass dir meine Bilder so gut gefallen haben.
      Liebe Grüße
      Andrea

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich sehr, dass du hier eine Nachricht hinterlassen hast und lese jeden Kommentar aufmerksam. Nach der Freischaltung wird dein Kommentar hier sichtbar

Beliebte Posts