Von einer Tunika und geflügelter Begleitung


Heute sind mir zwei Dinge in den Sinn gekommen, die ich auf meinem "alten" Blog einmal geschrieben habe. Erstens hatte ich irgendwann festgestellt, dass mein Kleiderschrank gut gefüllt ist und ich nicht wirklich etwas neues benötige. Nur ausgesuchte Stücke sollten noch ergänzt werden. Zweitens wollte ich versuchen, an 365 Tage meine Garderobe nicht zu wiederholen, sondern die vorhandenen Kleidungsstücke immer wieder anders zu stylen. 

Das ist jetzt schon eine ganze Weile her und der Blog ist schon lange nicht mehr öffentlich zugänglich. Trotzdem beeinflussen beide Punkte bzw. meine Gedanken dazu bis heute mein Verhalten in Bezug auf mein Outfit. Denn seit meiner Kleiderschrankinventur nach meinem Umzug hat sich mein Kaufverhalten deutlich verändert.



Ich kaufe deutlich "überlegter" ein und weiß ziemlich genau, was sich auf meinen Kleiderbügeln befindet. Das bewahrt mich zum einen vor "Doppelkäufen" und lässt mich beim Kauf zuerst überlegen, mit welchen Teilen aus meinem Fundus ein neues Stück kompatibel ist.

Außerdem mache ich mir immer wieder bewusst, was schon alles da ist. Es muss eben doch nicht immer etwas neues sein. Vieles lässt sich über Jahre wunderbar immer wieder tragen, weil es zeitlos ist und/ oder mir immer noch gut gefällt.

Weshalb mir das gerade heute in den Sinn kommt, kann ich anhand der Bilder schnell erklären. Keines der gezeigten Kleidungsstücke ist jünger als 4 Jahre. Denn alles habe ich noch vor meinem Umzug in den Süden gekauft und alle Teile des Outfits begleiten mich schon deutlich länger als besagte 4 Jahre.

Für mich hat das "lange" tragen von Kleidung auch etwas mit dem Begriff Nachhaltigkeit zu tun. Nachhaltigkeit ist ja (auch) in der Bekleidungsbranche ein schwieriges Thema und beschäftigt mich auch immer mal wieder. Denn ich weiß, dass meine Kleidung nicht nachhaltig produziert wurde. Das finde ich nicht schön, aber momentan weiß ich auch nicht, wie ich das ändern könnte. Denn wie so oft, hat alles seine zwei Seiten und das Thema ist viel zu komplex, als dass es sich einfach lösen oder in zwei Sätzen abhandeln lassen könnte. 


Deshalb gehe ich hier zu dem Thema auch nicht ins Detail, sondern gucke einfach für mich, welchen Betrag ich leisten kann:

Neben einem überlegten Kaufverhalten versuche ich, meine Kleidung möglichst viele Jahre zu trage und einzelne Stücke immer wieder in meine Outfits einzubauen. Ich bin nämlich der Meinung, dass ein Kleidungsstück etwas nachhaltiger wird, wenn es lange zum Einsatz kommt und nicht am Ende der Saison entsorgt wird. Ines hat in dem Post Cocooning und Nachhaltigkeit zum Jahresbeginn einmal geschrieben, dass mit jeder Verwendung eines Stücks der ökologische Fußabdruck pro Verwendung geringer wird. Das sehe ich genau so und finde, dass meine Kleidung mit den Jahren immer nachhaltiger wird.


Weil Kleidung lange bei mir bleibt, gibt es häufiger Posts mit Kleidungsstücken, die nicht in den aktuellen Kollektionen zu finden sind. So wie heute, wo ich eine Treggings (oder Leggings, wer weiß das schon so genau) mit einer Tunika, Stiefeln und meiner geliebten 3/4 Jacke kombiniere. 

Schwarz ist eine Farbe, die ich in der dunkleren Jahreszeit gerne trage. Und auch heute bestimmt die den Gesamteindruck. Nur aufgehellt durch das Muster in grau-braun, das den unteren Teil der Tunika ziert. 


Die Strickjacke gab es übrigens schon einmal bei meinem Post Lagenlook. Und in Verbindung mit einem Kleid, das ich nie im Sommer trage (klick). Die Stiefel waren in meinem vorletzten Post zu sehen. Hose und Tunika habe ich euch bisher vorenthalten :) Ihr seht, in den Weiten meines Kleiderschrank gibt es auch nach 9 Monaten regelmäßigem Bloggen noch neues zu entdecken.

(Tunika: Zero/ Jacke +Treggings: Esprit/ Stiefel: Tamaris)
Einen Neuzugang gibt es hier auf den Bildern allerdings schon zu bewundern: meine neue geflügelte Begleitung. Ein Geschenk meiner jüngster Tochter, die gerne bastelt. Momentan sind es kleine Engel. Die lassen sich mittels eines kleinen Karabiners an Ketten etc. anhängen. Das erste Exemplar war für mich gedacht und ich mag diese kleine geflügelte Begleitung, die heute meine Halskette ziert. 


Hat sich euer Kaufverhalten im Laufe der Zeit auch verändert und wenn ja, was hat euch dazu bewogen, etwas zu ändern? In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Woche.

Kommentare

  1. Als ich gelesen habe, dass du dich an 365 Tage immer wieder anders stylen möchtest, musste ich kurz schnappatmen. Das wäre hier absolut nicht möglich, weil ich Lieblingsstücke besitze, die ich wieder und wieder trage. Mehrmals pro Woche. Gerade die zeigen mir aber auch, dass ich ohnehin immer wieder zu meinen Lieblingen greife - oder mir ähnliche Teile kaufe. Also kann ich's auch gleich lassen. ;)

    Mein Kaufverhalten hat sich drastisch geändert. Früher (vor 20 Jahren) war es Spaß und ich ging um des Shoppens willen einkaufen und der Tag war nur erfolgreich, wenn ich 1-2 Stücke in den üblichen Billigketten erbeutet habe. Heute kaufe ich (fast nur noch), wenn ich wirklich etwas brauche. Und ich trage meine Teile lange, deswegen setze ich überwiegend auf Basics, die mich ewig begleiten. Das ist vorerst mein Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. Lediglich bei Schuhen und Büchern werde ich schwach. ;D

    Lieben Gruß!

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    1. Das mit den 365 unterschiedlichen Outfits war gar nicht so schwer. Anderes Oberteil/ Hose etc zusammen. Und ich habe tatsächlich mal alles aus meinem Schrank genutzt. War gar nicht schlecht und ich variiere heute deutlich mehr. Dafür kaufe ich heute weniger :)

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    2. Ich trage in der Regel, glaube ich, 5 Kleidungsstücke im Winter. Wenn ich könnte wie ich wollte, wäre es wohl eine Jacke immer wieder. Fürs Shoppen habe ich eh kaum Zeit. Basics mag ich auch so wie Anna. Vor allem immer gern mit etwas aus einem Second-Hand-Laden.

      Euch beiden noch einen schönen Tag und LG Sabina

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    3. Oh Menno: ich wollte auch noch sagen, dass ich bei der Kette große Augen bekam, weil sie so schön ist. :)

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    4. Leider gibt es bei uns nicht so tolle Second Hand Läden. Vielleicht irgendwann mal online. Schön, dass die Kette dir gefällt.
      LG Andrea

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  2. Nachtrag: Die Kette ist zauberhaft!

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  3. Ich versuche auch, meine Kleidung möglichst lange zu tragen und vorhandene Sachen immer wieder neu zu kombinieren.

    Die Kette ist sehr süß. Kompliment an Deine Tochter.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Richte ich aus, Sabine, vielen Dank. Ja, etwas lange tragen ist eine gute Lösung.
      LG
      Andrea

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  4. Es ist mir aufgefallen, dass Du die Sachen immer anders kombinierst. Das mache ich selten, ich habe meistens eine Lieblingskombination bis hin zu den Schuhen dazu.
    Danke für die Erwähnung meiner Gedanken zur Nachhaltigkeit.
    Auf Masse habe ich nie gekauft, aber eine Zeit lang alles, was irgendwie in Farbe/Form/Material passte, weil die Auswahl einfach in Übergröße so gering war. Das habe ich dann trotz der kleinen Auswahl wieder reduziert. Jetzt habe ich mich noch immer nicht nach 1,5 Jahren daran gewöhnt, in einem Laden mit Durchschnittsgrößen einkaufen zu können. Weil das so fremd ist, habe ich wenig Spaß daran, in Läden zu gehen, die vorher tabu waren. Ich traue mich noch nicht, diesen Spielraum voll auszunutzen.

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    1. Ich liebe es, Kleidung immer wieder neu zu kombinieren und bin manchmal ganz erstaunt, wie anders manches wirkt.
      Massen habe ich auch nie gekauft, aber es waren zu viele Teile dabei, die mir nicht wirklich gut standen. Heute kaufe ich deutlich bewusster und gucke genauer hin.
      Liebe Grüße
      Andrea

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    2. Ines, mir geht es ähnlich. Zwar nicht mit Übergrößen und "normalen" Größen. Aber ich greife noch immer erstmal zu XL oder L. Und bin überrascht, wenn mir dann etwas in S passt. Ich fürchte, das dauert noch zehn Jahre, bis ich mich daran gewöhnt habe.

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  5. Ich habe meine Kleidung schon immer lange. Vor allem weil ich sie mag, mich darin mag. Und auch schwer Ersatz finde. Also wurde es einfach mehr. Weil weggeben wenn noch gut und passend kommt für mich nicht in Frage. Wenn ich es nicht mehr mag, es nicht mehr passt und ich es über habe versuche ich es zu verschenken. Mein Pa trägt schon immer im Garten meine Jeans auf.... :-).
    Schöner Post, niedlicher Engel und der Look ist ein echter Andrea Look. Gefällt mir.
    LG Sunny

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    1. Früher hatte ich durchaus Fehlkäufe, weil mir Dinge bei anderen gut gefallen haben. Und so etwas würde dann meist fix aussortiert.und da meine Körpermaße mit vielen Teilen im Laden gut kompatibel sind, war das Kaufen auch nie ein Problem.
      Alte Lieblingsteile trage ich übrigens auch im Garten auf :)
      LG Andrea

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  6. Zauberhafte Kette !!!
    Ich habe auch mein Einkaufsverhalten geändert und kaufe weniger und bewusster.
    Trotzdem geniesse ich Shopping immer noch sehr.
    Aber wenn ich etwas mag, trage ich es sehr lange.
    Und wie Du - später zuhause oder im Garten :-)
    Liebe Grüsse
    Steffi

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    1. Bewusst einkaufen ist eine gute Sache. Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht gesehen über eine Kleiderverwertung. Ich fand es erschreckend, wie viel mit Etikett weggeworfen wird oder eben noch nicht wirklich abgetragen. So etwas macht mich nachdenklich. Sicher, ich kaufe auch gerne ein :) aber eben nicht ex und hopp.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  7. Liebe Andrea,
    ich habe ein paar teure (zeitlose) Stücke im Schrank für die ich spare. Dafür trage ich sie dann viele, viele Jahre. Aber ich habe auch aktuelle Kleidung die ich manchmal nur eine Saison lang trage. Dein Beitrag regt zum nachdenken an und ich werde mein Kaufverhalten nochmal überdenken.
    Die Kette finde ich übrigens großartig. Du kannst stolz auf deine Tochter sein!
    Alles Liebe
    Natascha

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    1. Ja, ich bin mächtig stolz auf die junge Dame.

      Kleidung viele Jahre tragen ist eine tolle Sache. Manches kommt aus der Mode oder gefällt dann nicht mehr. Das ist normal, aber ich versuche, diesen Anteil gering zu halten. Denn für 3 mal tragen mag ich dann nichts kaufen.

      Liebe Grüße
      Andrea

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  8. Nachhaltigkeit ist ein sehr komplexes Thema, aber das sollte kein Grund dafür sein, sich damit nicht auseinanderzusetzen. Es gibt so viele, kleine Schritte hin zu Nachhaltigkeit. Einer davon ist ganz sicher, seine Kleidung lange zu tragen und Fehlkäufe zu vermeiden, die man nach dem ersten Tragen dann doch wieder aussortiert. Kleidung, die mehrere Jahre alt ist, findet sich in meinem Schrank zuhauf. Da ich die Stücke mag, habe ich damit überhaupt kein Problem. Irgendwann würde ich für mich selbst aber doch gern die Sache mit der Vermeidung von Billig-Produktionen angehen. Denn irgendwo, ganz tief unten, bohrt diese Thema.
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Ich habe vor ein paar Tagen erstmalig nachhaltig produzierte Kleidung in der Hand gehalten, die mich modisch auch angesprochen hat. Leider gab es aber nichts, was sich in einer ähnlichen Variante nicht schon bei mir befunden hätte. Aber das nachhaltige Kleidung auch schön sein kann, finde ich einen richtigen und wichtigen Schritt. Leider wurde das Thema Nachhaltigkeit an dem Kleiderständer in dem Kaufhaus gar nicht erwähnt. Schade, vielen ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass es sozusagen faire Kleidung ist. Ich würde das als Verkaufsargument dick drüber schreiben.
      Und ja, viele kleine Schritte sind auch ein Anfang.

      Liebe Grüße
      Andrea

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  9. Toller Post! Finde mich in vielem wieder, vor allem beim Kaufverhalten. Durch Ines weiß ich mittlerweile auch wieder was auf meinen Kleiderbügeln hängt.
    Dei heutiges Outfit sieht schön aus, sehr cool den Lagenlook mit Stiefeln zu tragen :)

    Liebe Grüße!

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    1. Schön, dass wir da die gleiche Ansicht haben :) Und wissen, was schon da ist, ist eine tolle Sache. Ich glaube, dass vielen gar nicht bewusst ist, was da so alles im Schrank schlummert und finde das sehr schade. und ich schließe mich da selbst mit ein. So habe ich früher immer nur einen Teil meines Schrankinhaltes regelmäßig genutzt.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  10. Mein Kaufverhalten hat sich auf jeden Fall verändert. Ich suche mittlerweile gezielt nach Teilen und kaufe sie dann, wenn ich sie entdecke. Finde ich sie nicht, wird keine B-Lösung gekauft.

    Verständnis für Kunden, die tütenweise die Kleidung aus Primark und Co. heraustragen, weil es ja so günstig ist, hatte ich noch nie. Irgendwie wollen die ganzen Sachen ja auch angezogen werden. Ich habe auch genug Kleidung, aber ein Überfluss macht mich persönlich ganz kirre und das nervt mich dann. Von daher kommt das für mich nicht in Frage.


    Wenn man erst einmal so bewusst anfängt zu kombinieren, wie du es tust, dann wird einem erst einmal bewusst, wie viel Kleidung man eigentlich hat.

    Lieben Gruß
    Sabine

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    1. Durch das Bloggen habe ich erst einmal gesehen, wie viele Möglichkeiten es gibt. Das war mir zuvor nicht so bewusst.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  11. Toller Post Andrea! Ich finde das auch so wichtig. Ich bin leider ein kleiner Sammler. Zumindest bei den Accessoires. Dafür sammle ich keine Gummienten, Kuckucksuhren oder Nippes. Ich habe mein Kaufverhalten auch verändert. Qualität statt Quantität eindeutig. Hochwertiger und weniger. Die vorhandene Gardarobe sinnvoll ergänzen und vor dem Kauf auch mal nachdenken. Mein Ziel wäre nur noch Lieblingsstücke im Schrank zu haben. Die anderen Sachen verschenken oder bei Ebay anbieten oder upcyclen. Das dauert noch eine Weile bis das so optimiert ist wie ich es möchte. Meine dauernde Gewichts Zu- und Abnahme hilft da auch nicht gerade weiter. Aber der Weg ist zu erkennen und gut. Nachhaltigkeit ist ein großes Thema.
    Die Kette ist ja zuckersüß, ganz goldig. :)
    Liebe Grüße Tina

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