Köln - Nutze den Augenblick


Irgendwann, dann muss ich das mal wieder machen.....Ein Satz, den wahrscheinlich viele von euch kennen. Ich auch. Irgendwann muss ich nach Berlin fahren! Irgendwann muss ich wieder etwas für mich tun! Irgendwann muss ich meine Eltern besuchen! Irgendwann muss ich einen alten Freund wieder treffen.......

Ja - irgendwann. Das ist dann meistens nie. Weil ich mal wieder den Absprung verpasse. Weil ich mal wieder denke, dass gerade der falsche Zeitpunkt ist. Weil es gerade nicht passt. Weil......

Letzten Herbst habe ich Punkt 1 umgesetzt. Ziemlich spontan und ganz alleine. Ohne Familie, ohne berufliche Verpflichtungen. Einfach so nach Berlin. Wer mir auf Instagram folgt, hat es vielleicht bemerkt. Denn hier auf dem Blog habe ich diese Reise nicht wirklich ausführlich erwähnt.


Was soll ich sagen? Es war einfach toll in Berlin. Auch wenn das Wetter hätte besser sein können. Aber Ende November war nichts besseres zu erwarten. Ich hatte jede Menge Spaß, habe tolle Leute kennen gelernt, in Ruhe und ohne Stress Museen besucht und Stadtbummel unternommen. Und musste mich dabei um niemanden kümmern. Keiner hatte die Nase voll vom Museum, vom Shopping...

Das Wetter wäre für all das keine Ausrede gewesen. Auch das alleine Reisen nicht. Denn es gab Zeiten, da bin ich immer alleine gereist. Und das kann ich immer noch, auch wenn mir meine Familie schon gefehlt hat :)


Und weil das alles so prima geklappt hat, zu Hause nicht der Notstand ausgebrochen ist und meine Zeit es zugelassen hat, bin ich Januar wieder in den Zug gestiegen. Um meine Eltern zu besuchen und mich mit einem alten Freund nach vielen Jahren (zuletzt haben wir uns im letzten Jahrtausend gesehen) noch mal bei einem Abendessen zu treffen. Denn irgendwie war ich 2016 nicht ein einziges Mal in meiner Heimatstadt. Schade, aber es gab so vieles anderes. Und deshalb habe ich mich vor ein paar Wochen auf die Socken oder besser auf die Schienen gemacht. 

Ein Besuch bei meinen Eltern, ohne Mann, ohne Kinder - das gab es gefühlt seit 20 Jahren nicht mehr. Deshalb war es auch sehr besonders, denn plötzlich war ich noch mal das Kind. Zumindest ein bisschen. Einfach an den gedeckten Tisch setzten. Am späten Abend vom Bahnhof abgeholt werden nach einem langen Tag in Köln. Das hat schon was von Flashback. Habe ich mal erwähnt, dass ich die Telefonnummer meiner Eltern aufsagen kann, wenn man mich nachts um 2:00 h weckt? Die hat sich nie geändert und ich kann schon ewig auswendig.

Ein Tag für mich in Köln. Darauf habe ich mich bei der Vorbereitung auch sehr gefreut. Denn Köln ist eine Stadt, zu der ich eine ganz besondere Beziehung habe. Sie ist nicht weit von meiner Heimatstadt entfernt und in Köln habe ich gleich nach meinem Auszug zu Hause ein paar Jahre gelebt. Eine Zeit, an die ich gerne zurück denke und Jahre, in denen ich erwachsen geworden bin.

Deshalb besuche ich diese Stadt auch immer wieder gerne, auch wenn die meisten meiner damaligen Freunde längst weg sind oder der Kontakt abgebrochen. Nachdem ich den Dom - wie jedes Mal - ausgiebig bewundert habe, ging es los zu einem ausgiebigen Shopping - Bummel. In Köln ist Shopping tatsächlich noch möglich. Gleich kurz hinter dem Dom wurde ich fündig. Und wie ihr seht, mache ich immer noch gerne Bilder, ehe ich mich zum Kauf entschließe. Das Outfit hatte ich euch hier bereits vorgestellt.


Nachdem ich sämtliche interessanten Geschäfte zwischen Dom und dem Neumarkt besucht habe, blieb mir noch Zeit für ein Treffen mit einem italienischen Bekannten. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an den Kontakt über Instagram

Besagter junger Mann war zur gleichen Zeit wie ich in Köln, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Treffen wollte ich ihn eigentlich erst am nächsten Tag für eine Stadtführung durch Aachen, aber spontan haben wir uns dann noch am Neumarkt im Café verabredet. Das war schön und eine willkommene Erholung für meine müden Füße. Außerdem gab es viel zu erzählen.


Nach dem Kaffee ging es weiter ins Hard Rock Cafè. Meine Töchter lieben die T-Shirts. Außerdem wollten wir noch mal durch die Altstadt, ans Rheinufer und in den Dom. Natürlich blieb auch Zeit für ein Outfit - Foto im Wintergewand. Schließlich bin ich ja Modebloggerin, da zeige ich euch doch gerne mal, wie es aussieht, wenn ich im Winter bummeln gehe: Dick verpackt in meiner Daunenjacke, damit ich bei den eisigen Temperaturen nicht frieren muss. Mit Cross-body Tasche, damit ich die Hände frei habe. Nur meine Stoffbeutel hatte ich vergessen, die lagen noch im Koffer, also musste eine Papiertüte für die Einkäufe her. Normalerweise vermeide ich jegliche Papier- und Plastiktüten  und packe alles in meine dunklen Stoffbeutel. Tja, an dem Tag nicht.


Abends war ich noch mit meinem alten Freund Chris verabredet und das dies ein langer Abend werden würde, wusste ich schon vor dem Treffen. Denn Chris hatte immer Durchhaltevermögen, wenn wir ausgegangen sind. Und ich war sicher, das hat sich nicht geändert (Ich hatte übrigens recht, falls es jemanden interessiert). 

Wer sich vielleicht erinnert: nach jahrelanger Funkstille habe ich im letzten Jahr wieder Kontakt zu Chris aufgenommen. Das war mir wichtig, denn er hat ein paar Jahre mehr auf dem Tacho als ich. Inzwischen sind wir dies- bzw. jenseits der 50 angekommen und schon einmal musste ich erleben, dass es plötzlich für eine aufgeschobene Kontaktaufnahme zu spät war. Weil jener Mensch plötzlich und viel zu zeitig von dieser Welt verschwunden ist. Das wollte ich nicht noch einmal riskieren. 

Das wir uns dann auch noch persönlich treffen konnte, fand ich auch schön und wichtig. Um zu gucken, ob wir noch die alten Freunde sind, die wir damals waren. Oder ob die Zeit uns so verändert hat, dass wir die Fäden nicht mehr weiterspinnen können.


Bilder von Chris gibt es hier nicht, er ist kein Fan vom Internet und ich habe gar nicht erst gefragt. Das hätte nicht gepasst. Dafür gibt es stellvertretend noch mal den jungen Mann aus Italien.

Auch meine Gespräch mit Chris werden hier keinen Raum einnehmen. Viel ist passiert in all den Jahren, nicht alles war und ist schön. Unsere Leben sind heute ganz andere als 1990. Aber alles war sehr persönlich und es gab viel zu erzählen.  

Wir hatten auf jeden Fall einen schönen Abend. Sind wir noch die Gleichen wie damals? Nein, aber doch waren es unterhaltsame Stunden. Voller Erinnerungen, voller Erlebnisse und mit jeder Menge Spaß. Und auch mit der Erkenntnis, dass wir beide Dinge erleben mussten, auf die wir gerne verzichtet hätten. Aber das geht wohl allen so, die schon ein paar mehr Lebensjahre auf der Uhr haben.


Und noch jemanden habe ich besucht in diesen Tagen: meine Patentante. Das war ein spontaner Besuch ohne Ankündigung. Denn ich wollte nicht, dass sie sich Arbeit macht und das hätte sie getan, wenn ich vorher angerufen hätte. Und so habe ich mich einfach sonntags mit meiner Mutter, die mit ihr seit Kindertagen befreundet ist, auf den Weg gemacht. Was soll ich sagen - wir hatten Glück. Und die Freude meiner Patentante war riesig. Ist ihr Leben nach dem Verlust ihres Mannes im letzten Dezember ein bisschen einsamer geworden. Auch von diesem Besuch gibt es kein Bild, weil ich tatsächlich mal ohne Handy unterwegs war.

Gemeinsam haben wir zu guter Letzt noch ihre Tochter besucht. Die ist inzwischen auch 53 Jahre alt und zuletzt wirklich ausgiebig gesprochen haben wir vor ca. 25 - 30 Jahren. Ihr Satz zum Abschied lautete voller Humor: "Dann sehen wir uns in 20 Jahren." Mal sehen, vielleicht ja auch schon eher. Das Alter hat uns schließlich alle weiser gemacht und wir wissen heute, unsere Zeit ist endlich.


Und so habe ich die Zeit in meiner Heimatstadt und in Köln wirklich bis zum letzten Augenblick genutzt. Um Freundschaften zu pflege, liebe Menschen mal wieder in den Arm zu nehmen und einfach ein paar Stunden mit Menschen zu verbringen, die ich sonst selten sehe. Leider waren nicht alle vor Ort, die ich gerne besucht hätte und für manche blieb einfach keine Zeit mehr, das hole ich dann beim nächsten Mal nach.

Natürlich hätte es länger sein können, aber bekanntlich sollten wir gehen, wenn es am schönsten ist. Und deshalb habe ich irgendwann dann wieder die Heimreise angetreten. Im kühlen Zug, wo ich mich immer dick einpacken muss, um nicht zu frieren.

Zum Abschied gibt es noch ein Video aus dem Kölner Dom. An dieser Kirche kann ich mich niemals satt sehen und diesmal gab es sogar noch musikalische Untermalung in Form eines Kinderchors. Dieses Video ist nicht bearbeitet und es war eigentlich nur für mich bestimmt. Aber ich finde, es passt gut zu diesem Post und deshalb habe ich es über youtube veröffentlicht. So könnt ihr auch ein bisschen den Kölner Dom mit seiner beeindruckenden Stimmung genießen.


In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start ins Wochenende und freue mich wie immer über Anregungen und Kommentare.

Kommentare

  1. Guten Morgen Andrea, Dein Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, in jeglicher Hinsicht. Ich denke auch immer wenn Zeit ist machen wir dies und das, aber irgendwie ist für manche Dinge nie Zeit.
    Wünsche ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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    1. Ja, manches kommt irgendwie immer zu kurz :) Um so schöner ist es, wenn wir es dann doch wieder irgendwie schaffen.
      Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende, liebe Tina
      Grüße vom See
      Andrea

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  2. Schön, dass du deinen Besuch so genossen hast :-) Ich finde es jedes Mal lustig, wieder "das Kind" zu sein. Oder eben nur "die Schwester". Sonst nix. Und egal, was uns gerade wahnsinnig wichtig erscheint, es ist immer ein gutes Gefühl, Menschen wiederzusehen, die einem am Herzen liegen und für die man zu lange keine Zeit hatte. Der Alltagskram läuft halt nicht weg. Also gleich den nächsten Ausflug planen :-)
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Stimmt, wir sollten uns die Zeit dafür einfach nehmen und diese Momente ausgiebig genießen.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  3. Der Dom ist ja richtig schön, gell!
    Mir gefällt auch dein Winter-Outfit, die Mütze steht dir sehr süß, der Farbton ist toll. :)

    Happy Freitag zu dir <3

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    1. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich schon vor dem Dom war oder ihn besichtigt habe. Und er überwältigt mich jedes Mal.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  4. mir geht es oft so mit paris. ich will dort einfach "meine ruhe" haben, leute trffen, die ich mag und vielleicht mal was bei instagram zeigen, aber es muss nicht jedes mal eine blogstory werden.
    wie wunderbar, wenn man sich solche kleinen fluchten aus dem alltag gönnen kann.
    liebe grüße
    bärbel ☼

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    1. Stimmt, nicht jeder Moment muss im Blog zum Thema werden. Auch der Rundgang durch Aachen wird nicht verbloggt. Das mache ich ein anderes Mal. Manche Momente, wie die mit Freunden und Verwandten müssen, wir einfach mal ohne Handy erleben.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  5. Ein schöner Post. Macht Lust auf eine spontane Kurzreise (wobei... im Frühling macht das auch mehr Spaß *hüstel*) und darauf, alte Kontakte wiederaufleben zu lassen - wenn sie es wert sind. Und nun habe ich gerade einen Flashback... mal schauen, ob das für einen Post reicht. Danke für die Inspiration und dafür, dass du uns auf deine Reise mitgenommen hast. ;)

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    1. Gerne geschehen :) Spontan mal eben etwas in Angriff nehmen, ist eine tolle Sache, dann wägen wir auch nicht all zu viel ab. Alte Kontakte sind nicht immer wiederzubeleben und schlafen dann gerne wieder ein. Aber trotzdem mache ich das ganz gerne mal. Der Erinnerung wegen. Ein bisschen Nostalgie halt. Und um verpassten Gelegenheiten vorzubeugen.
      LG andrea

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  6. Manchmal muss man einfach tun , was man tun muss .
    Liebe grüße Heidi

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    1. Stimmt. Leider kommt das oft zu kurz.
      LG Andrea

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  7. Hach, Köln ist eine schöne Stadt. Wir waren vor einigen Jahren mit Freunden dort. Viel zu kurz, um alles zu sehen. Ich komme auf jeden Fall noch einmal wieder. Schön, dass Du Deine Eltern besucht und Freunde getroffen hast :)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ja, Kökn ist schon eine tolle Stadt und ich fahre immer wieder gerne hin.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  8. Liebe Andrea,
    deine Reise klingt total schön. Leider passiert es mir auch immer wieder das ich mir denke, das mach ich mal. Wir nehmen uns viel zu wenig Zeit für Dinge die uns wichtig sind. Schön, das du so eine schöne Zeit hattest.
    GLG Natascha

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    1. Ja, ich habe mich auch gefreut, dass ich mich dazu durchringen konnte, die Reisen wirklich zu machen. Und hoffe, dass ich auch in Zukunft immer mal wieder solche "Momente" einbauen kann.
      Schönes WE und liebe Grüße
      Andrea

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  9. Da hattest du ja ein paar tolle Tage und ein ausgefülltes Programm in Köln.
    Die Stadt mag ich sehr gerne, schon allein das Gefühl auf dem Domplatz ist grandios. Und Shoppen kann man natürlich auch vom Allerfeinsten.

    Ich finde es sehr gut, dass du dir solche Momente gönnst. Denn neben dem gesamten Familien- und Berufsleben sollte man sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Meine Freundin sagt immer, dass man das Haus pflegen sollte, indem man wohnt. Damit meint sie nicht das Äußerliche, sondern den inneren Kern, der gepflegt werden will. Und wie geht das besser, als wenn man sich Zeit für sich selbst nimmt.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  10. Wie schön, dass Du Dich in Köln so wohl gefühlt hast. Dann war der Besuch auf jeden Fall die richtige Entscheidung. In Köln war ich noch nie. Das muss ich wohl mal nachholen :-).
    Hab ein schönes Wochenende.
    LG
    Ari

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  11. Das hört sich nach einem richtig schönen Tag an, an dem du so viel erlebt hast, wie andere vielleicht nur in einer Woche. Berlin und Köln mag ich übrigens auch sehr gern :-)

    Liebe Grüße und ein wunderschönes Wochenende
    Anja

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  12. Was für ein schöner Bericht mit so wichtigen Erlebnissen. In letzter Zeit habe ich auch gerade wieder vermehrt daran gedacht, dass man dieses "irgendwann muss ich/müssen wir mal ..." nicht mehr auf irgendwann schieben kann. Das macht zwar ein wenig traurig, aber es hilft, aus dem Quark zu kommen!

    Dass Du allein reist, finde ich spannend. Gut, in Köln hattest Du ja eine Menge Unterhaltung und persönliche Treffen, aber in Berlin warst Du wohl auch meist allein, oder? Auch darüber habe ich schon nachgedacht, aber ich glaube, mir würde jemand fehlen, mit dem ich all meine Eindrücke teilen kann, denn irgendwie ist mir das bisher immer ziemlich wichtig gewesen. Brauchst Du das nicht so?

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Mit Begleitung zum Austauschen wäre mein Besuch in Berlin noch schöner gewesen, aber es ließ sich nicht einrichten. Deshalb musste abends das Telefon ausreichen. Aber wieder mal alleine reisen hat auch seinen Reiz. Nur dort sein, wo man hingehen will, sich um niemanden kümmern hat hatte auch durchaus mal seinen Reiz ;)
      LG Andrea

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