Leben ohne Industriezucker


Seitdem ich hier auf meinem Blog des Öfteren über meine Ernährung berichte habe, bin ich von der einen oder anderen Leserin angesprochen worden, ob ich nicht mal etwas detaillierter beschreiben könnte, wie ich mich genau ernähre. Außerdem wollte Ines gerne wissen, wie ich genau das umsetzte, möglichst ohne Industriezucker zu leben. Das mache ich natürlich gerne. . Heute möchte ich mich vor allem dem Thema Industriezucker widmen. Wie meine Ernährungsroutine aussieht, verrate ich euch dann nächste Woche am Donnerstag.

Das ich im Grunde zu viel industriell hergestellten Zucker konsumiert habe, ist mir schon lange bewusst gewesen. Das ein Leben bzw. eine Ernährung ohne Zucker möglich ist, wusste ich auch, denn ich musste bereits vor einigen Jahren krankheitsbedingt auf Zucker verzichten, was damals auch kein Problem war. Schließlich ging es in dem Fall nicht nur um meine Gesundheit sondern auch um die meiner ungeborenen Tochter. Zum Glück "verflüchtigte" sich der Diabetes nach der Entbindung wieder. Leider verflüchtigte sich damit auch mein Vorsatz, deutlich weniger Süßigkeiten zu essen. Was schade war, denn der monatelange Verzicht auf Zucker hatte mich sozusagen "entgiftet" und die erste Schokolade schmeckte eigentlich nicht. Aber die Zweite und damit war ich zurück in der Welt des Zuckers.

Und obwohl ich mir immer mal wieder vorgenommen hatte, meinen Zuckerkonsum zu reduzieren, wollte es langfristig nie funktionieren. Bis ich im letzten Juli irgendwie die Kurve bekommen hatte und am 23 Juli einfach auf den Zucker verzichtet habe. Warum ich diesmal langfristig erfolgreich an meinem Vorhaben festgehalten habe, kann ich nicht genau sagen. Aber irgend wie war ich diesmal konsequent. Und ich rede hier nicht von 40 Tage zuckerfrei. Auch das habe ich schon durchgehalten in der Fastenzeit. Nein, ich spreche davon, dass ich mein Leben geändert habe. Ich wusste, dass ein Leben ohne Zucker nicht eine vorübergehende Diät ist sondern eine Lebenseinstellung. Und ich war bereit für diese neue Lebenseinstellung.

Die erste Woche war, wie bei so vielem, die anstrengendste Woche. Der Heißhunger auf Süßes fast übermächtig. Aber ich habe verzichtet: auf die Geburtstagstorte bei meinem Vater und den Kuchen zum Geburtstag meines Mannes. Alle hatten Verständnis und keiner hat ein zweites Mal gefragt. Wenn der Wunsch nach Süßwaren groß war, habe ich mir mit zuckerfreien Alternativen weiter geholfen. Und langsam ist mein Interesse an sehr süßem Essen verschwunden.


Inzwischen verzichte ich über 6 Monate weitestgehend auf Industriezucker und fühle mich bestens damit. Ein paar hartnäckige Pfunde haben mich seitdem verlassen und ich fühle mich rundum wohl. Wobei ich betonen möchte, dass ich auf Industriezucker und nicht auf Fruchtzucker verzichte. Und auch Honig esse ich gelegentlich oder binde es in meine Rezepte ein. Denn ich glaube schon, dass es einen großen Unterschied zwischen dem Zucker aus der Tüte und dem Zucker aus dem Obst. Aber wie schon erwähnt: Das ist meine persönliche Meinung. 

Neben dem Zucker haben ich inzwischen auch noch andere Lebensmittel oder Getränke gestrichen und dafür meinen Fokus auf andere gelegt. Das werde ich, wie schon oben erwähnt, nächste Woche Donnerstag noch einen ausführlichen Post schreiben. 

Gestrichen oder ersetzt habe ich für die Ernährung ohne Industriezucker:
  • Ketchup und Gewürzmischungen wurden gestrichen, ich würze heute nur noch mit einzelnen Gewürzen oder frischen Kräutern
  • Senf habe ich durch eine zuckerfreie Variante ohne Süßstoff (Alnature hat eine und Dijon - Senf ist meist auch ohne Zucker und Süßmittel
  • Meine Tee trinke ich inzwischen ohne Süßmittel
  • Verzicht auf Laugengebäck, Schwarzbrot etc: Mein Brot backe ich inzwischen fast immer selbst, ansonsten kaufe ich Brot, das ohne Zusatz von Zucker und Co. gebacken wurde (unten verlinke ich euch noch ein Brot, das ich gerne backe)
  • Verzicht auf Marmelade. Wenn ich ein süßes Brot möchte, backe ich mir Früchtebrot (verlinke ich unten auch)
  • Verzicht auf Joghurt. Als "Ersatz" esse ich gerne mal Quinoa mit Früchten
  • Ich koche ausschließlich frisch aus unverarbeiteten Lebensmitteln, falls ich doch etwas verarbeitetes in ein Gericht geben muss, studiere ich intensiv, welche Zutaten sonst noch in einer Dose sind (Mais wird gerne mal mit Zucker versetzt)
Mein Brot backe ich vorzugsweise selbst, gerne nach einem simplen Rezept. Denn ich esse zwar gerne, Kochen und Backen ist aber für mich eher lästige Pflicht denn Passion. Aber wer gerne weiß, was in seinem Essen steckt, kommt ums selber machen kaum herum. Zum Glück bietet das Internet ein Fülle an Ideen, die ich gerne nutze.


Am liebsten mag ich diese Dinkelbrot, ich gebe zu dem Grundrezept gerne eine größere Menge an Paranüssen, Mandeln, Pekanüssen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen, geschrotete Leinsamen, ungeschälten Sesam und Hanfsamen. Das Mehl kaufe ich in Bioqualität.



Ein leckeres Rezept für ein Früchtebrot habe ich bei Karina übernommen. Sie war als Au Pair vor einigen Jahren bei uns, ist inzwischen auch auf gesunde Ernährung umgestiegen und hat auf ihrem Blog ein leckeres Brot mit Trockenobst veröffentlicht. Ich ersetzte hier, da ich mit zwei Allergikern zusammen lebe, die Haselnüsse durch Mandeln und erhöhe zudem noch dem Menge an Trockenobst nach eigenen Gustu. Den Vanillezucker ersetze ich durch Bourbon - Vanille.

Wenn ich gerne etwas Süßes essen möchte, mache ich mir eine süß schmeckende Alternative ohne Zucker. Ganz lecker und wirklich einfach finde ich diese Süßkartoffelbrownies , natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, einfach Obst zu essen oder Trockenobst. Vorzugsweise nasche ich getrocknete Mangostücke oder auch mal anderes Trockenobst. Hier achte ich darauf, dass es ungezuckert ist und möglichst ungeschwefelt. Auch Bananenbrot ist eine gute und leckere Möglichkeit, süßen Kuchen ohne Zucker/ Honig und Co. zu essen. Rezepte gibt es mit und ohne Gluten massenweise im Netz.


Insgesamt komme ich inzwischen sehr gut ohne Industriezucker zurecht. Meine Geschmacksinn hat sich bereits verändert und ich empfinde heute vieles als süß, was früher gar nicht so intensiv geschmeckt hat. Ein paar Kilos sind ohne sonstige Einschränkungen verschwunden und meine Haut ist auch besser geworden. Das ich meinem Körper im Allgemeine damit etwas gutes tue, ist sicher keine Frage.

Und selbst meine Familie hat ihr Essverhalten schon angepasst. So isst meine Tochter nur noch sehr selten Süßwaren und findet das ganz angenehm. Ich schränke das nicht bewusst ein sondern überlasse ihr die Entscheidung. Und sie isst inzwischen lieber die selbst gebackenen Alternativen ohne Zucker, was mich als Mutter natürlich freut und sucht sich dann gelegentlich eine ausgewählte Süßigkeit im Lebensmittelladen aus. Mein Mann ist seit ein paar Jahren begeisterter Sportler, müsste nicht auf Süßwaren verzichten, macht dies aber weitestgehend, da er nie ein Fan von Süßigkeiten war und mir schon vor vielen Jahren den Genuss von Schokoaufstrich abgewöhnt hat. Seine Bemerkung, dass ich mir doch lieber eine Tafel Schokolade aufs Brot legen sollte, war wirklich nicht von der Hand zu weisen. Und hat sich tief in mein Gedächtnis eingegraben.


Kommentare

  1. Wenn ich morgens keine Schokocreme im Haus habe, lege ich mir wirklich Schokolade aufs Brot. Kein Scherz. Kommt aber nur alle paar Jahre mal vor. Die Schokocreme werde ich mir nicht abgewöhnen, weil ich ohne sie spätestens um 11 Uhr so einen Heißhunger auf Schokolade bekomme, dass ich viel mehr Schokoklade esse, als ich mir je aufs Brot schmieren würde. Dafür nasche ich ansonsten nicht.

    Heute kommt ein Punkt aus Deinem Beitrag auf meine Liste "was ich heute gelernt habe". Mir war bis eben nicht klar, dass Senf Zucker enthält. Ein Gang zum Kühlschrank zeigte, dass auch der regionale Biosenf Zucker enthält, da steht er sogar noch vor anderen Zutaten als bei einem anderen bekannten Hersteller. Gerade im letzten Jahr habe ich mir angewöhnt, relativ große Mengen Senf beim Kochen zum Würzen zu verwenden. Danke für das Aufdecken dieser Zuckerfalle. Ich werden mir die von Dir genannten ansehen und den aus dem Bioladen ausprobieren, ob er mir schmeckt, oder Senf wieder auf die homöopathischen Mengen der letzten 40 Jahre reduzieren.

    Bin gespannt auf Deinen zweiten Artikel dazu.

    Viele Grüße
    Ines

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    1. Schön, dass mein Post lehrreich war. Der Senf ist von Alnatura. Kleiner Tippfehler, werde ich nachher abändern.
      Mir war zuvor auch nicht bewusst, dass Zucker im Senf steckt. Aber jetzt gucke ich immer genau hin und da ist es mir aufgefallen. Es ist schon erstaunlich, worin Zucker so verarbeitet wird. Ich hatte damals in der Schwangerschaft Heißhunger auf Würstchen und habe dann mal gesehen, wie hoch der Zuckeranteil in Brühwürstchen ist. Sehr erschreckend.
      Liebe Grüße

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  2. Die Bemerkung mit "lieber eine Tafel Schokolade aufs Brot legen" habe ich irgendwie nicht verstanden ...

    Apropos Schokolade: Ich denke, genau diese würde bei mir ein solches Projekt gnadenlos zerstören. Ich LIEBE LIEBE LIEBE Schokolade! Nicht Süßes per se, sondern Schokolade eben. Ich glaube, ich möchte nicht ohne ...

    Ansonsten finde ich Menschen, die auf Zucker verzichten, bewundernswert und habe auch schon gehört, wie gut das dem Körper tun soll. Also drücke ich Dir die Daumen, dass Deine Reise hier so gut weitergeht wie sie begonnen hat.

    Lieben Gruß
    Gunda

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    1. Schokocreme wird ja gerne mal als „gesund“ vermarktet. Abgebildet mit einem grünen Apfel etc. Aber letztlich ist es nichts anderes als Schokolade mit hohem Fettanteil. Vor 25 Jahren habe ich mir da nicht so wirklich Gedanken drüber gemacht, womit ich eigentlich den Tag beginne: mit einer Süßigkeit. Das muss nicht sein.
      Ich glaube, ich bin ganz gut unterwegs auf meinem Weg und ich habe auch selten Interessant an süßen Lebensmitteln.
      Liebe Grüße

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  3. Wow, du bist konsequent, Respekt! Wobei ich es nachvollziehen kann, das es nach der Umstellung sogar Freude macht sich auf diese Weise zu ernähren. Vieles ißt man ja nur aus Gewohnheit und könnte es leicht umstellen auf eine gesündere Variante. :)

    Liebe Grüße!

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    1. Stimmt, vieles ist einfach Gewohnheit oder auch Bequemlichkeit ich finde, der Zusatzaufwand ist absolut im Rahmen. Und ja, es macht mir Spaß, mich gesund zu ernähren 😃
      Liebe Grüße

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    2. Im Prinzip mach ich es ganz ähnlich. Zuckerfreies Biobrot vom Dorfbäcker. Butter, Käse. Aber auch Milch und Naturjoghurt was auch Zucker enthält. Obst, klar. Saucen eher nicht. Ausnahme 2 mal im Jahr Weißwurst, Brezen und Senf. Süßigkeiten auch super selten. Wie Du bon uch der Ansicht, dass sie fürchterlich süß sind. Was hin und wieder geht, ist die ganz dunkle Lind. Ja und Kuchen ess ich auch. Aber wirklich nur selbstgebacken zu ganz besonderen Anlässen. Und mir fehlt auch nix. BG Sunny

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    3. Im Prinzip mach ich es ganz ähnlich. Zuckerfreies Biobrot vom Dorfbäcker. Butter, Käse. Aber auch Milch und Naturjoghurt was auch Zucker enthält. Obst, klar. Saucen eher nicht. Ausnahme 2 mal im Jahr Weißwurst, Brezen und Senf. Süßigkeiten auch super selten. Wie Du bon uch der Ansicht, dass sie fürchterlich süß sind. Was hin und wieder geht, ist die ganz dunkle Lind. Ja und Kuchen ess ich auch. Aber wirklich nur selbstgebacken zu ganz besonderen Anlässen. Und mir fehlt auch nix. BG Sunny

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  4. Liebe Andrea,
    das ist ein toller Beitrag!!! Du hast gerade meine grauen Gehirnzellen angeregt. :-) Zumindest was ich kleinweise übernehmen könnte. Quinoa mit Früchten? Und kommt da dann noch etwas dazu? Kann ich mir gar nicht vorstellen aber klingt spannend. Zucker in Tee und Kaffee habe ich mir schon lange abgewöhnt aber ich kann definitiv noch viel mehr weglassen. Den Dinkelplunder jeden Morgen, die Schokolade am Nachmittag und das FastFood das ich mir manchmal untertags schnell in mich hinein stopfe :-( Danke für deine Inspiration und halte unbedingt durch!!!
    LG Natascha

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    1. Ich esse meist nur Quinoa mit Früchten, ab und an rühre ich auch noch Müsli rein. Ich bereite alles Abend zu, dann muss ich morgens nur noch zusammenmixen. Im Winter nehme ich gerne Biofrüchte aus der Kühlung. Auch lecker ist Müsli mit Chia Samen.
      Es freut mich, dass ich dich inspirieren konnte. Mir ging es lange ähnlich: fix was leckeres vom Bäcker etc. Heute backe ich eben selbst. Und so ein Brot oder Brownies halten meist einige Tage oder sogar eine Woche
      Liebe Grüße

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  5. Das nenne ich wirklich konsequent. Ich achte vermehrt darauf, nicht zu viel Zucker zu mir zu nehmen. Das bekommt nicht nur meiner Figur, sondern auch der Haut. Das Dinkelbrot-Rezept sollte ich vielleicht einmal probieren.

    Liebe Grüße Sabine

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  6. Ich drehe schon ganz lange wegen meiner Allergie alle Produkte um. Und weiß deshalb ziemlich genau was drin ist. Senf mache ich gerne selber weil ich den gekauften selten mag. In meinen kommt Honig ;). Würstchen esse ich sehr selten. Zu viel Fett und andere ungesunde Zutaten drin. Kaffee trinke ich NUR schwarz und in manchen Tee kommt Birkenzucker, oder gar keiner. Joghurt esse ich nur die Naturvariante völlig ungesüsst . Sehr lecker und erfrischend.
    Einzig Brot das backe ich mal selber oder kaufe ich auch ganz gerne. Mag allerdings sehr gerne Haferflocken mit Milch und Obst OHNE Zucker , dafür in lauwarm zum Frühstück.
    Und Fertigprodukte gibt es tatsächlich nur 2 die ich esse wenn es sehr schnell gehen muss. Und nur im Notfall.... eben wegen der Unverträglichkeit.
    Gut möglich das ich eine Ausnahme bin , aber ich ernähre mich sehr bewusst seid ich Kinder habe. Frisch kochen , ist bei mir zu 95 % immer der Fall .
    Und meine liebste Sünde ... Hin und wieder wenn ich Brot esse dann eine halbe Scheibe mit Marmelade . Das gehört für mich mindestens genau so zum Frühstück wenn ich Brot oder mal Brötchen esse wie Wurst, Käse oder Eier.
    LG heidi

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