Lagenlook mit rotem Pullover und die Sache mit der Gleichberechtigung


An dem Tag, als diese Bilder für meinen Ü40 Modeblog entstanden sind, lass ich am Morgen die Schlagzeile in der Zeitung, dass wir auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau wahrscheinlich noch 108 Jahre warten müssen. Noch 108 Jahre, bis Frauen das Gleiche verdienen wie Männer, nicht mehr den Großteil bei Haushalt und Kindererziehung übernehmen und es keine Ungerechtigkeiten mehr geben wird. Eine ganz schön lange Zeit und weder meine Töchter noch ich werden das wohl erleben. Schade eigentlich, denn ich hatte gehofft, dass es ein bisschen schneller gehen würde und zumindest meine Töchter noch erleben, dass sie nicht mehr benachteiligt werden.

Gleichberechtigung ist für mich schon immer ein Thema gewesen und ich habe mehr als einmal unmögliche Kommentare gehört. Das ging von "Was Frauen den Staat kosten, weil sie Kinder bekommen." bis zu "Natürlich bekommt ihre Tochter einen Kindergartenplatz, wenn Sie möchte, dass ihre Frau arbeitet." Alle anderen Kommentare lasse ich hier mal unerwähnt und ich fürchte, die meisten von euch haben ähnliches auch schon mal gehört.

Vieles ist inzwischen besser geworden, aber in einigen Köpfen ist die Gleichberechtigung leider noch nicht angekommen. Schade eigentlich und ich hoffe, dass es insgesamt doch schneller geht als vom Weltwirtschaftsforum prognostiziert. 


Denn wenn ich mal überlege, was die vorhergesagte Zahl für eine Zeitspanne beinhaltet, dann finde ich das ganz schön lange. Und ich hoffe, dass immer mehr gut ausgebildete und selbstbewusste Frauen dafür sorgen, dass die Gleichberechtigung doch eher dort ist, wo sie sein sollte - im Gleichgewicht.

Was sich da von der letzten Generation zu meiner getan hat, sehe ich immer beim Besuch bei meinen Eltern. Dort ist die Rollenverteilung noch klassisch. Und während mein Vater abends gerne mal sein Brot geschmiert bekommt, käme es mir nicht in den Sinn, meinem Mann ein Butterbrot zu kredenzen. Schließlich hat er zwei gesunde Hände. Trotzdem ist noch viel Luft nach oben. Wahrscheinlich bin auch ich noch viel zu konservativ erzogen worden.


Meinen roten Pullover im Oversized - Look habe ich hier auf meinem Modeblog schon einige Male gezeigt. So kombinierte ich dieses Oberteil schon zu Red and oversized mit einer schwarzen Hose und roten Sock - Boots. Auch mit einer hellen gemusterten Hose wurde dieser Pullover aus leichtem Strick schon abgelichtet.

Diesmal trage ich den weinroten Pullover im Lagenlook mit einem weißen Unterzieh -Shirt zu einer blauen Skinny Jeans. Ergänzt habe ich diesen lässigen Look mit schwarzen Stiefeletten. Da ich klein und zierlich bin, muss ich bei Oversized - Oberteilen immer ein bisschen vorsichtig sein, damit ich nicht im Pullover "verschwinde". Deshalb kombiniere ich weite Pullover immer mit engen Hosen. Außerdem achte ich darauf, dass die Ärmel nicht zu weit sind, dann wirken die meisten Oberteile auch nicht so riesig.



Kommentare

  1. Guten Morgen Andrea, Dein Look finde ich klasse. Mir gefällt dass das weiße Shirt rausblitzt :)
    Ich fühle mich nicht nicht gleichberechtigt, verdiene aber auch nicht weniger als mein Mann. Er muss sich sein Brot auch selber schmieren :)
    Was Du schreibst klingt schon traurig. Deshalb war es mir bei meinen Kindern auch so wichtig, dass sie eine gute Ausbildung haben. Sarah kann ihr Leben alleine stemmen wenn sie möchte. Sie verdient jetzt gut, nach fast 20 Jahren Schule. Ehemalige Klassenkameradinnen von Sarah haben keine Ausbildung und schon drei Kinder, da sehe ich Schwierigkeiten was die Gleichberechtigung betrifft.
    schönen Dienstag, liebe Grüße Tina

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    1. Das traurige ist, dass meine Mutter die bessere Ausbildung hatte und sogar mehr verdient hat als mein Vater. Aber als meine Oma gestorben ist und die Kinderbetreuung nicht mehr gesichert war, blieb natürlich die Frau zu Hause. Schade eigentlich. Deshalb würde ich immer in dem Bewusstsein groß gezogen, nie meinen Job aufzugeben.
      Und ich bin froh, immer behauptet zu können, dass ich auch alleine zurecht kommen würde, wenn es denn sein müsste. Das gibt schon viel Auftrieb.
      Liebe Grüße

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  2. Wichtiger Artikel! Da kann man gar nicht oft drauf hinweisen.

    Ich kredenze meinem Mann durchaus allabendlich ein leckeres gekochtes Essen. Aber er kauft dafür alles ein und bügelt die komplette Wäsche. Ich bin seine dritte Frau (in Reihe, nicht gleichzeitig). Da weiß "Mann", was er zu tun hat.

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    1. Wir haben hier auch Arbeitsteilung, aber ich übernehme mehr „unbezahlte“. Dafür arbeite ich weniger, zumindest heute :) Trotzdem würde ich mich freuen, wenn es üblicher wäre, alle unangenehmen Dinge gerechter aufzuteilen. Aber ich arbeite daran....Und ich hoffe, dass ich meine Kindern diesbezüglich auch einiges mit auf den Weg gegeben habe.
      Liebe Grüße

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  3. Schwierig wird es auch für Alleinerziehende. Der Großteil besteht immer noch aus Frauen, die später oft keine Chancen im Beruf haben, weil sie sich um die Kinder kümmern. Mit der Rente sieht es dann auch nicht besser aus. Ich bin froh, dass ich im öffentlichen Dienst arbeite und bei meinem Arbeitgeber alle gleich bezahlt werden. Auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist hier recht hoch.

    Schöner Kuschelpulli :)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Stimmt, ich kenne viele, die hätten alleine keine Chance. Ich verdiene weniger als mein Mann aber das ist Jammern auf hohem Niveau, da wir beide gut bezahlte Jobs haben. Ich arbeite in einer Branche, wo es mehr Männer gibt, entsprechend ist der Anteil der männlichen Führungskräfte höher. Aber das liegt in vielen Branchen auch daran, dass Frauen mal aussetzen oder die Karriere weniger voran treiben. Ohne Kinder sieht das ganz anders aus. Da kenne ich doch einige, die weit gekommen sind. Aber sobald die Familie ins Spiel kommt, ist es vorbei mit der Gleichberechtigung.
      Liebe Grüße

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  4. Der Pullover ist toll, gerade auch zu Jeansblau sehr toll gestylt!
    Darüber das Frauen für ihre Arbeitsleistung weniger bezahlt bekommen als Männer ärgere ich mich sehr. Wünschte es würde sich bald etwas daran ändern.

    Liebe Grüße <3

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  5. "Was Frauen den Staat kosten, weil sie Kinder bekommen."
    Was war das denn für eine hirnlose Amöbe, die das von sich gegeben hat?
    Jessas. Ein paar Stunden in Volkswirtschaft täten hier aber wirklich not.
    Ich habe wohl Glück. Ich habe mich nur ein einiges Mal benachteiligt gefühlt. Als mein Ex und Vater meines Sohnes ganz unverblümt meinte: "2. Kind. OK. Aber ich bleibe dann nicht mehr zu Hause. Das schadet MEINER Karriere. Hallo."
    Ich denke, das war der Tod unserer Beziehung.
    Er war zunächst 1,5 Jahre 50% und dann 1 Tag zu Hause, bis mein Sohn in den KiGa kam.
    Meine Antwort? "Ach, und Du glaubst, ich hätte von Geburt an die Arschkarte gezogen?"
    Auch wenn ich es heute erst so sehe, aber das war der Todesschuss für unsere Beziehung.
    Also ist es bei mir bei einem Kind geblieben, das ich seit vor der Einschulung zwar mit großzügiger finanzieller Unterstützung aber trotzdem alleine groß und bis zur Uni "gebracht" habe.
    Meiner Karriere hat 23 Jahre Teilzeit (20-28h) arbeiten zum Glück nicht geschadet. Ich habe in 24 Jahren 4 Beförderungen erlebt und bin seit 3 Jahren im Endamt meiner Laufbaun, 9 Jahre davon als Führungskraft. Ja. Das ist gut. Und wohl nur als Beamtin möglich.
    BG Sunny

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    1. Der Chefarzt der Klinik, in der ich gearbeitet habe. Um deine erste Frage zu beantworten

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    2. Na dann. Volkswirtschaft wird beim Medizinstudium nicht im Fokus liegen. Da hat wohl jemand etwas aufgeschnappt und ungefiltert wieder rausgehauen. Der Satz ist schlicht falsch. Oder nur dann korrekt, wenn man maximal in Jahren denkt. BG Sunny

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    3. Inhaltlich müssen wir da nicht drüber sprechen, der Mnn hatte einfach keine Ahnung von Volkswirtschaft. Aber das war wohl auch eher eine Einstellung als Wissen. Und das ist ja nur einer der Sprüche, die ich mir in meinem Leben schon angehört habe, wobei sie seltener werden. Könnte an mir liegen und das, was dann zurück kommt.
      Ich gebe dir übrigens Recht: in Teilzeit Karriere machen ist eher unmöglich außerhalb des öffentlichen Dienstes. Wobei ich froh bin, nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten zu müssen. Hat alles seine vor und Nachteile.
      Liebe Grüße

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  6. Liebe Andrea, danke, dass Du dieses wichtige Thema anschneidest. Ich habe leider das Gefühl, dass sich in Sachen Gleichberechtigung eines wieder zurück entwickelt und ich schaue mir dann mit Sorge die jungen Frauen an, für die es das Wichtigste ist, eine mega Hochzeit zu haben und die dann daheim das uralte Rollenmodell wieder leben. Was ist da passiert? Denn bei mir ist es dasselbe wie bei Dir, Gleichberechtigung hat für mich einen immensen Stellenwert und entsprechend läuft es auch bei uns daheim ab, dass alle Aufgaben im Haushalt an alle verteilt sind ...
    Du siehst auf jeden Fall wieder sehr schön aus, in Deinem Lagenlook und sogar in Jeans elegant.
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Ich fürcht, du hast Recht und manches entwickelt sich in die falsche Richtung. Zum Glück sehe ich auch viele Frauen, die zunehmend selbstbewusster werden in Gehaltsverhandlungen und auch in Sachen Arbeitsteilung. Aber leider sind wir noch nicht angekommen.
      Das ihr wirklich alles aufteilt, finde ich toll. Das sollte eigentlich die Regel sein....
      Liebe Grüße

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  7. Bei mir ist wohl auch noch "Luft nach oben", obwohl ich eigentlich immer dachte, ich sei schon seit dem Jugendalter absolut und total gleichberechtigt, womit ich mit Sicherheit auch eine Menge Leuten (vor allem meinen Eltern - Baujahr 1920er Jahre ...) ziemlich auf den Keks gegangen bin. Und doch (siehe Eltern-Baujahr und sicherlich auch Prägung) haben sich scheinbar ein paar "alte" Rollenbilder bei mir verfestigt. Hinzu kommt, dass es in meinem Arbeitsumfeld leider auch immer so gelaufen ist. Meine Kinder jedoch sind auf einem sehr guten Weg und sehr engagiert in Sachen Gleichberechtigung sämtlicher Geschlechter - auch der Sohn bezeichnet sich als Feminist.

    Lieben Gruß
    Gunda

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  8. 108 Jahre ist eine lange Zeit... da kann ich auch nur wünschen, dass jeder der kann, sein Teil beiträgt um eine Änderung zu bekommen. Der rote Pulli ist schön und steht dir gut, ich mag diesen roten Ton sehr.
    Lieber Gruß,
    Claudia

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