Vom Traum zum Albtraum



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„Auf einer nebeligen, sturmgepeitschten Insel vor der Westküste Schwedens hat sich der charismatische Franz Oswald, Anführer der Bewegung Via Terra, mit seinen Anhängern in einem herrschaftlichen Anwesen niedergelassen. Sofia Bauman ist fasziniert von dem Mann und dem geheimnisumwitterten Ort. Als er ihr einen Job anbietet, fällt es ihr leicht alles hinter sich zu lassen. Doch Oswald entpuppt sich als sadistischer Psychopath, der Sofia zu seinem Spielzeug machen will. Sie muss fliehen, aber sie ist längst in einem dunklen Netz aus Abhängigkeit, Liebe und Gewalt gefangen … „

Der Triller der Autorin Mariette Lindstein hatte mich aufgrund des Buchklappentextes sofort angesprochen. Das Thema Sekten, das in meiner Kindheit sehr präsent war, ist in den letzten Jahren eher selten in den Medien zu finden. Dennoch glaube ich, dass es nach wie vor Gemeinschaften gibt, die Menschen in ihren Bann ziehen. Eine besondere Lebensform, ein Zusammenleben von Gleichgesinnten in unruhigen und stressigen Zeiten – auch heute haben Sekten, in welcher Form auch immer, sicherlich noch Zulauf.

Sofia, die Hauptperson dieses skandinavischen Romans, freut sich auf eine interessante Aufgabe, die der Gründer von Via Terra ihr anbietet. Für zwei Jahre soll sie auf der Insel im Nebel arbeiten und die Bibliothek aufbauen. Doch was als Einstig in das Berufsleben dienen soll, entwickelt sich im Laufe der Geschichte in eine ganz andere Richtung. Immer mehr werden die Mitarbeiter des „Unternehmens“ zu geknechteten Personen. Wobei es immer mehr als einem Menschen geben muss, der diese Form des Lebens aufrecht erhält und für gut befindet. Denn nie hat eine einzelne Person diese Macht. Es muss immer begeisterte Anhänger und Mitläufer geben, um das System aufrecht zu erhalten. Und so gibt es auch in diesem Thriller genügend Menschen, welche die Ideen ihres Anführers gut heißen und umsetzen.

Ich interessiere mich immer auch für die Person hinter einem Roman. Und so habe ich auch das Internet zu Frau Lindstein befragt. Die Autorin dieses Buchs war über 25 Jahre selbst Mitglied bei Scientology. Deshalb gehe ich davon aus, dass es beim Inhalt des Buchs durchaus Parallelen zu ihrem früheren Leben geben dürfte.

Mein Fazit:

Das Buch startet locker, wobei es für mich nicht ganz nachvollziehbar ist, warum der Anführer der Sekte so charismatisch ist. Das kommt für mich in den Anfängen des Romans nicht wirklich gut rüber. Hier hätte ich mir mehr Ausgestaltung gewünscht. Was macht diese Person so anziehend, warum gelingt es dem Mann, Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Der Weg vom schönen Leben zum Dasein in Gefangenschaft wird umfassend erzählt. Hier entstehen bisweilen ein paar Längen. Hier wäre viel Raum für eine deutlich spannendere Handlung und Ausgestaltung geblieben. Richtig spannend wird das Buch dann im letzten Teil. Die Fahrt, die die Handlung dann aufnimmt, hätte ich mir für den gesamten Thriller gewünscht.

Alles in allem ein unterhaltsamer Roman, der aber leider in der Mitte zu langatmig ist. Ich hatte mir bei einem Bestseller einfach noch ein bisschen mehr Handlung gewünscht. Auch geht mir der Wechsel der Hauptdarstellerin vom Opfer zum Macher ein bisschen zu abrupt.

Aber der letzte Teil des Romans entschädigt dafür. Da bekommt der Thriller ein wirklich gutes Tempo. Insgesamt schon aufgrund des Inhalts und der Brisanz des Themas ein lesenswertes Buch.

Kommentare

  1. Liebe Andrea, ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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  2. Ne nicht mein Thema . Ich mag solche Themen gar nicht. Dann doch lieber einen rosa angehauchten Schnulzenroman. Egal wie hervorragend solche Bücher geschrieben sind.
    Was nicht heißen soll das ich die Augen vor der tatsächlichen Realität verschließe. Aber wenn ich diese Info´s konsumiere dann heißen sie Nachrichten .
    LG heidi

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    1. Ich habe es auch weniger als Info gesehen ;) aber im Nachhinein gucke ich ganz gerne, welchen Hintergrund ein Autor hat.
      Meist lese ich auch lieber Romane als Thriller aber ab und an benötige ich ein bisschen Abwechslung:)
      Liebe Grüße

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  3. Hmmm … klingt nicht so, als ob ich es lesen möchte, wobei mich das Sektenthema an sich durchaus interessiert. In unserer Jugend war das wirklich ein großes Thema. Mein Mutter hatte wahnsinnige Angst davor, dass ich irgendwann mal in eine geraten könnte. Auch in der Schule war das im Unterricht oft Thema. Ich habe mal unwissentlich bei einem ehem. Scientologen, der angeblich dort ausgestiegen war, gearbeitet. Der war aber von der Idee dahinter noch so überzeugt, dass mir das sehr unangenehm war. Ich war froh, dort nach 9 Monaten wieder gekündigt zu haben.

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    1. Ich war bei dem Buch durchaus zwiegespalten. Meine Eltern waren beim Thema Sekten auch sehr besorgt. War in den 1980ern einfach ein großes Thema.
      Ich kann verstehen, dass du nicht bei einem Scientologen arbeiten wolltest. Auch bei Unternehmensberatung tut man gut daran, auch mal einen Hintergrund zu beleuchten, ob da nicht diese Sekte dahinter hängt. Gibt es in Deutschland auch.
      Liebe Grüße

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  4. Oh mei, das kann ich mir vorstellen, dass Dich das Buch am Ende doch mitgezogen hat. Und das Thema mit den Sekten ist gar nicht so weit hergeholt, wie man denkt, weiß ich aus eigener Erfahrung ...
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Auch wenn das Thema nicht mehr so präsent ist in den Medien gibt es sicherlich doch noch viele solche Organisationen und sie sollten nicht unterschätzen werden.
      Liebe Grüße

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  5. Du hast Recht. In unserer Jugend waren Sekten tatsächlich ein großes Thema. Und wie Du glaube ich, sie sind noch da, lassen sich aber nicht mehr so leicht auf die Schliche kommen.
    Gut, warum jemand tatsächlich als charismatisch empfunden wird ist sich nicht leicht zu beschreiben, weil man im Buch nicht hört wie jemand spricht, nicht sieht, wie er sich bewegt, nicht spürt, was man empfinden würde, würde man ihm in die Augen sehen. Denk nur an Hitler. Den haben wir nicht persönlich erlebt. Deshalb kann man nicht nachvollziehen, wie er so viele Menschen in seinen Bann ziehen konnte.
    BG Sunny

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    1. Sicher ist es immer etwas anderes, jemanden zu sehen/ zu hören als nur zu beschreiben. Da kommt es immer besser rüber. Und zu dem Charisma kommen ja oft noch „Taten“, die das Ganze untermauern und zu mindestens in Teilen glaubhaft machen. Trotzdem habe ich in anderen Büchern schon bessere Beschreibungen gelesen, weshalb ein Mensch charismatisch ist. Da wäre mehr Potential gewesen. Finde ich zumindest. Aber das ist meine subjektive Meinung.

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  6. Selten kann ich ein Buch zu Ende lesen das mich nicht von Anfang an begeistert hat. Das bewundere ich sehr! Wie gut das es sich trotzdem gelohnt hat uns das Buch am Ende doch noch spannend wurde. Lieber Gruß,
    Claudia

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