Wenn jeder ein kleines bisschen tut, ist die Welt schon ein ganzes Stück besser


Heute gibt es hier mal ein paar sehr persönliche Worte zum Thema Plastik, Nachhaltigkeit und einer achtsamen Lebensweise. Denn ich habe gerade einen Artikel zum Thema Öko - Shaming gelesen und fühlte mich inspiriert, meine Gedanken dazu nieder zu schreiben. 

Inzwischen ist es ja allgemein üblich, mit dem Finger auf den Anderen zu zeigen und diesem vorzuhalten, was alles nicht richtig ist. Shaming gibt es inzwischen in fast allen Bereichen: zu dünn, zu dick, zu aufgebrezelt, zu irgendwas. Und eben auch zu wenig nachhaltig.

Da werden Menschen, die versuchen, die Welt durch das eigenen Verhalten ein bisschen weniger zu belasten, sofort angegangen. Andere halten ihnen vor, dass sie gar nichts dazu sagen dürften und vor allen Dingen nicht öffentlich, wenn sie nicht alles richtig machen. Und ich frage mich: Geht es noch? Darf ich nicht versuchen, ein bisschen weniger Plastik in meinem Leben zu haben und etwas nachhaltiger zu leben, wenn ich anderer Stelle nicht auf eine Verpackung verzichte oder gar in Urlaub fahre? Nein, es hat mich (noch nicht) persönlich getroffen. Aber ich habe eine klare Meinung und die sage ich auch gerne laut. Ich war schon immer jemand, der nach dem Motto: "Leben und leben lassen" handelt. Und ich freue mich persönlich über jeden, der sich Gedanken um einen bessere Welt und weniger umweltschädliches Verhalten macht. In welchen Bereichen auch immer. Und diese Menschen müssen nicht perfekt sein. Ich freue mich über jeden Tetrapak, den ich nicht kaufe, weil ich meine Hafermilch selber mache. Und das mir bewusst ist, dass Hafermilch ökologische sinnvoller ist als Mandelmilch. Ich muss nicht "Zero waste" leben und kann doch etwas zur dazu beitragen, dass die Welt länger überlebt.

Denn wenn jeder ein bisschen etwas tut, sind wir schon einen ganzen Schritt weiter. Schon alleine die Tatsache, sich Gedanken zu machen, wie man nachhaltiger leben kann, empfinde ich als Schritt in die richtige Richtung. Und genau das ist es, was ich in Büchern zum Thema "weniger Plastik" immer wieder lese. Wir können unser Verhalten und unseren Haushalt nicht innerhalb weniger Monate plastikfrei bekommen. Wenn ich alles wegwerfen würde, was hier aus Plastik ist, würde ich vor einem riesigen Müllberg stehen und das Volumen meiner Mülltonne eindeutig sprengen. Aber ich bin inzwischen viel achtsamer geworden. 

Schritt für Schritt zu weniger Plastik und einer nachhaltigeren Lebensweise

Momentan brauche ich noch die Inhalte alter Plastikflaschen auf. Nach und nach suche ich mir Wege, neue Verpackungen in Zukunft möglichst zu umgehen. Einige ganz gute Möglichkeiten habe ich schon gefunden. Seitdem ich im Internet etwas intensiver recherchiert habe, haben sich hier im Umkreis einige Möglichkeiten aufgetan, wie ich nachhaltiger leben kann. So gibt es beispielsweise einen Hersteller für Putz- und Waschmittel in nur wenigen Kilometern Entfernung. Dort werde ich anfragen, ob man mir das dort gekaufte nachhaltige Waschmittel direkt ins mitgebrachte Altgefäß füllen wird. Wenn ich das gemacht habe, werde ich hier darüber berichten. 


Meinen Käse beziehe ich inzwischen aus einem Hofladen im nächsten Dorf. Oder aus einem Hofladen, wo ich am Wochenende schon einmal gerne meinen Spaziergang mache. Das kann ich gut verbinden und bei beiden Höfen sind die Tore zum Stall offen. Da kann ich mich persönlich vor Ort davon überzeugen, dass die Tiere gut gehalten werden. Denn die Bilder von grausam gehaltenen Tieren finde ich einfach nur schrecklich. Da möchte ich nicht mitmachen und ich freue mich, dass ich so lebe, dass es mir möglich ist, dies zu umgehen. Aber nicht jeder lebt auf dem Land und kann das so handhaben. Da ist dann vielleicht der Wochenmarkt eine gute Alternative. Dort wird vielleicht Käse aus kleineren Betrieben angeboten, die sich noch um das Wohl ihrer Tiere sorgen. Oder es gibt kleine Geschäfte, die entsprechende Produkte anbieten. 
Meine Milch kommt ebenfalls aus einem Nachbardorf. Dort gibt es eine Milchtankstelle, an der 24/7 frische Milch beziehen kann. Finde ich sehr praktisch, denn so kann ich den Einkauf dort meist mit etwas anderem verbinden und muss nicht extra für die Milch los.
Ganz besonders freut mich, dass sowohl der Hofladen als auch die Milch an der Milchtankstelle das Demeter Biosiegel hat. Da weiß ich, was ich kaufe und dass es den Tieren gut geht. Regional und dann noch in einer Qualität, wie ich sie mir wünsche. Aber ich weiß auch, dass diese Möglichkeiten nicht jeder hat. Wer in der Großstadt lebt, wird sich wohl schwer tun, einen solchen Hof in Fahrradentfernung zu finden.


Nicht alles kaufe ich im Unverpackt Laden. Das ist eben einfach teurer und mach einer hat gar nicht die Möglichkeit, eine Alternativ zu den Produkten im Supermarkt zu erwerben. Bekanntlich kann man sein Geld nur einmal ausgeben und es gibt genügend Menschen, die auf jeden Euro achten müssen. Da ist es vielleicht eine Möglichkeit, den Konsum in Gänze zu überdenken und vielleicht das eine oder andere im Regal stehen zu lassen, wenn man denn darauf verzichten kann und mag.

Warum halten sich manche für bessere Menschen?

Bei all dem Shaming stelle ich mir oft die Frage: Wer weiß eigentlich, was wirklich richtig und was wirklich falsch ist? Wer kann schon immer alles abwägen und genau erkennen, ob das Modell, was jemand lebt, wirklich das perfekte ist? Ist mein Joghurt aus dem Pfandglas wirklich besser als der Joghurt aus dem Becher? Mal ganz ehrlich, die wenigsten können wirklich alle Eventualitäten mit einrechnen. Das Glas ist schwerer, muss vielleicht weiter transportiert werden. Es muss gespült werden und Glas muss natürlich auch hergestellt werden. Für mich ist das Pfandglas für Joghurt aber momentan die beste Lösung. Denn ich benötige keine Plastik und das Glas wird (hoffentlich) wieder verwendet. Selbst herstellen mag ich meinen Joghurt auch nicht, denn meine Ressource Zeit ist leider auch schon ziemlich erschöpft.

Ich lebe seit meiner Kindheit (fast) durchgängig als Vegetarierin. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Fleisch gegessen habe. Die Entscheidung, mich bereits als Kind ohne Fleisch ernähren zu wollen, hatte damals so gar nichts mit dem Tierwohl zu tun. Denn das war in den 1970ern noch nicht wirklich ein Thema. Nein, ich mag schlicht und ergreifend nicht gerne Fleisch. Ich mag den Geschmack einfach nicht. Und wenn mich vor einigen Jahren die Leute für meine Lebensweise lobten, da die oft zweifelhafte Tierhaltung mehr in den Fokus rückte, habe ich immer abgewunken. Denn ich muss ja auf nichts verzichten, was mir wichtig ist. Da muss ich mir dann auch nicht auf die Schulter klopfen lassen.
Heute ist für mich neben dem Geschmack natürlich auch die Tierhaltung wichtig. Da ich nicht auf sämtliche tierische Produkte verzichte und gerne Käse und Eier esse, bevorzuge ich Lieferanten, wo ich das Gefühl habe, dass es den Tieren gut geht. Aber eine Garantie gibt es auch hier nicht. Denn wer kennt sie nicht, die negativen Berichte über Bio - Eier und Co.?

Ich werde auch in Zukunft niemanden dafür anpöbeln, wenn er bzw. sie im Supermarkt die Kiwis oder Bananen in der Plastiktüte für Obst aufs Band legt. Auch wenn ich das für unnötig halte. Denn mit negativen Äußerungen erzeugt man in der Regel nur Gegendruck oder Verweigerung. Das ist beides selten zielführend und von Erfolg gekrönt. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass irgend eine Form von Shaming zu einem besseren Verhalten führen wird. Vielmehr denke ich, dass mehr damit erreicht wird, wenn wir andere zum Nachdenken und Umdenken anregen. Auf freundliche und höfliche Weise. Und manch einer sollte seine Worte überdenken, bevor er jemanden für die Nylonstrumpfhose kritisiert, die getragen wird, auch wenn man ansonsten plastikfrei lebt. Weil es dafür eben nicht wirklich (bezahlbare) Alternativen gibt

Jeder kann einen kleinen Betrag leisten

Deshalb werde ich mich auch in Zukunft darüber freuen, wenn jemand sich Gedanken macht und schon einmal beginnt, ein bisschen nachhaltiger zu leben.
  • Indem man seinen Konsum einmal kritisch überdenkt.
  • Wenn man das Auto mal zu Gunsten des Fahrrads stehen lässt.
  • Wenn die Obsttüte im Laden bleibt.
  • Wenn man eine Sammelbestellung beim Online - Shop mit Freunden und Nachbar aufgibt anstatt mehreren Einzelbestellungen.
  • Wenn jemand etwas im Unverpackt - Laden kauft oder einfach ein Produkt ohne Plastik wählt.
  • Wenn man regional und saisonal einkauft.
  • Wenn man eine Fahrgemeinschaft bildet.
  • .....
  • ......
  • ......
Nicht alles ist für jeden möglich und umsetzbar. Außerdem braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich neue Einkaufsmöglichkeiten erschlossen hat. Das bedeutet ein gewisses Maß an Recherche. Und manche Dinge findet man erst mit und mit.

Wir wollen wahrscheinlich alle nicht zurück auf den Baum oder im Fell gewickelt am Lagerfeuer leben (was auch nicht wirklich nachhaltig wäre). Nein, wir dürfen alle in einer modernen Welt leben und uns am Leben erfreuen. Und uns dabei dann eben so verhalten, dass wir unsere Welt etwas weniger schädigen. Dann sind wir bereits einen großen Schritt weiter. 


Ein bisschen Outfit gibt es heute natürlich auch. Aufgenommen im schönen Tübingen, wo wir bei wundervollen Wetter einen Geburtstag (nach)gefeiert haben. Und wo wir nach einem gemeinsamen Mittagessen noch Zeit für einen Stadtbummel hatten. 

Wer Tübingen nicht kennt, sollte dort unbedingt einmal anhalten, wenn es auf der Strecke liegt. Eine kleine Stadt mit vielen individuellen Läden und viel Leben in der Stadt. Wer Tübingen samstags besucht, kann übrigens außerhalb parken und kostenfrei mit dem Bus in die Stadt fahren. Eine tolle Sache, die wir gerne genutzt haben. Spart Sprit und die lästige Suche nach einem Parkplatz.

Kommentare

  1. Schön, dass nach dem Mittagessen noch ein Stadtbummel in Tübingen drin war. Das schöne Wetter muss man ausnutzen.

    Es ist immer schnell mit dem Finger auf andere Leute gezeigt. Ich käme nicht auf die Idee, jemanden anzupöbeln, weil er eine Plastiktüte benutzt. Ich kann höchstens an der Kasse sagen, dass ICH Plastikverpackung möchte. Die Welt wäre insgesamt nicht nur umweltbewusster, sondern friedlicher.

    Liebe Grüße Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich finde das Vorleben und bewusste ablehnen wichtig. Was man bei anderen sieht, wird vielleicht übernommen. Kritik führt oft einfach nur zur Ablehnung.
      Liebe Grüße

      Löschen
  2. Du passt super in den Herbst und zum wilden Wein. Toll gefällt mir.
    Ich habe mich die Woche schon zweimal geärgert, weil ich in zwei Supermärkten keine neue Soda Stream Patrone bekommen habe. Es ist nicht immer leicht.
    Ich gebe Dir recht, ich finde es auch keine Kösung mit dem Finger auf andere Menschen zu zeigen. Mit gutem Beispiel voran und manchmal halt auch nicht.
    Ich bin gespannt wegen dem Waschmittel ;)
    Liebe Grüße Tina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass dir mein Herbst-Look gefällt.
      Stimmt, Umweltschutz ist wirklich nicht immer leicht. Ich musste heute auch ohne das gewünschte Produkt aus dem Laden, weil es ausverkauft war und ich die Alternative nicht kaufen wollte. Dafür gab es im Kaffeehaus einen Smoothie ohne Strohhalm :)
      Liebe Grüße

      Löschen
  3. Es gint viele Dinge, da bin ich ein ganz oder gar nicht Fan. Aber es gibt auch Dinge, da unterstütze ich den Mittelweg. Sport. Es gibt noch ganz viel zwischen Sportmuffel und Sport Ass. Oder Umweltschutz.
    BG Sunny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es muss einfach einen Mittelweg geben beim Umweltschutz. Alles auf einmal ist kaum machbar. Zu viel ist im ersten Schritt zu aufwändig. Da braucht es Zeit zum umsetzen. Deshalb gar nix zu machen, ist auch keine Alternative. Und sich nicht für Umweltschutz zu engagieren, wenn die Jacke nicht ökologische sinnvoll ist, auch nicht. Vielleicht ist dann beim nächsten Einkauf das Bewusstsein geschärft.
      Liebe Grüße

      Löschen
  4. Dieses ganze Shaming fängt an, mir grandios auf den Wecker zu gehen. Was da an den Fronten an Bullshit ausgetauscht wird, ist zum Teil einfach nur peinlich und das sind tatsächlich Dinge, die lese ich einfach nicht mehr.

    Ich gebe aber zu, wo mir jedes Verständnis (und jede Ausgeglichenheit) fehlt sind Menschen, die mir erzählen, dass dieses ganze Umweltgedöns sie nicht interessiert, weil sie schließlich keine Kinder haben und in 30 Jahren eh tot sind. Was dann aus dem Rest der Welt wird, ist ihnen furchtbar egal. Da bleibt mir dann doch das Frühstücksbrot im Halse stecken... und nein, da bin ich dann auch nicht ausgeglichen genug, um zu denken: "Jeder Jeck ist anders und darf sein wie er will". Andererseits: Da noch zu argumentieren ist eh vergebene Liebesmüh.

    Und ja, ich fürchte, wir werden irgendwann raus müssen aus unserer Komfortzone (oder eben unsere Kinder, je nachdem), um noch was zu retten. Oder der Letzte macht einfach die Tür zu. Geht auch.
    Liebe Grüße
    Fran

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich schätze mich glücklich, dass ich solchen Egoisten noch nicht begegnet bin. Das würde ich auch schwierig finden, da bin ich ganz bei dir.
      Und ja, wir müssen einfach umdenken. Ich verzichte inzwischen auf vieles, was noch vor kurzem selbstverständlich gekauft worden ist. Momentan sieht es so aus, als würde sich der Inhalt vom gelben Sack halbieren, was ich für den Anfang schon sehr beachtlich finde. Denn da geht noch was.
      Liebe Grüße

      Löschen
  5. Deine Überschrift ist genau das, was man all denen, die anderen blöd daher kommen, zur Antwort geben kann. Besser kann man es nicht sagen.
    Deinen Artikel kann ich eins zu eins unterschreiben. Danke. Hoffentlich lesen den ganz Viele.
    Liebe Grüße, Claudia

    AntwortenLöschen
  6. Bravo! Das hast du toll gesagt, ich bin ganz deiner Meinung!
    Mein Motto ist auch, „leben und leben lassen“, besonders wenn ich mit Erwachsenen spreche und vor allem in der Blogosphäre.
    Ich kann nicht mit einem Finger auf anderen zeigen, denn sicher kommen 3 Finger zu mir zurück. Wie du sagst: „Wenn jeder ein kleines bisschen tut, ist die Welt schon ein ganzes Stück besser“!
    Schöne Fotos von dir in Tübingen, und besonders schön dein Foto mit dem bunten Herbstlaub!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin davon überzeugt, dass kleine Schritte, von vielen gemacht, jede Menge bewegen werden. Und die meisten überzeugt man nicht durch Druck (von der Politik mal abgesehen) sondern mit der Vorbildfunktion und dem Bewusstmachen. Schön, dass dir mein Post gefallen hat.
      Liebe Grüße

      Löschen
  7. Liebe Andrea, das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht und ich bin absolut Deiner Meinung.
    Es ist immer einfach, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, deswegen lasse ich das grundsätzlich sein. Versuchen wir einfach auch in diesem Zusammenhang unser Bestes zu geben!
    Und Du siehst wunderschön aus in Deinem herbstlichen Look.
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Datenschutz:
Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Produkt von Google, erstellt und wird von Google gehostet. Es gelten die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Produkte von Google.
Mit der Nutzung dieses Kommentarfeldes erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden.
Kommentare, die Werbung in Form von Links enthalten, veröffentliche ich nicht.

Datenschutz

Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Produkt von Google, erstellt und wird von Google gehostet. Es gelten die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Produkte von Google. Kommentare, die Werbung in Form von Links enthalten, veröffentliche ich nicht.